
In Nikosia erklärte die EU-Kommissarin für Demokratie und Demografie, Dubravka Šuica, am 30. Mai, dass Brüssel bereit sei, „in jeder Phase der Bemühungen um die Wiedervereinigung Zyperns und die Vertiefung der Zusammenarbeit mit seinen südlichen Nachbarn eine aktive und konstruktive Rolle zu spielen“. Ihre Äußerungen folgten auf das informelle „Gymnich“-Treffen der EU-Außenminister, das Anfang der Woche unter der zyprischen Ratspräsidentschaft in Limassol stattfand. Šuica hob den neuen EU-Pakt für das Mittelmeer hervor, dessen erster Aktionsplan – veröffentlicht im April – gemeinsame Initiativen zu Terrorismusbekämpfung, organisierter Kriminalität und vor allem integrierter Grenzverwaltung umfasst. Sie lobte Zypern dafür, Migration und Vernetzungsfragen während seiner sechsmonatigen Präsidentschaft priorisiert zu haben, und bestätigte, dass Mittel für Pilotprojekte bereitgestellt werden, die nationale Grenzsysteme mit EU-weiten Datenbanken wie dem Ein- und Ausreisesystem sowie ETIAS verknüpfen. Für Unternehmen signalisiert die Kommissarin damit, dass Zypern seine Position als Logistik- und Talentdrehscheibe zwischen Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika weiter ausbauen wird. Schnellere Datenübermittlung zu Visa-Überschreitungen und Rückkehrentscheidungen könnte die Compliance-Anforderungen für Firmen, die Personal in mehreren Mittelmeerstaaten einsetzen, deutlich verringern. Diplomaten betonten zudem, dass der Besuch auch dazu diente, Investoren zu beruhigen, die durch jüngste Spannungen im östlichen Mittelmeer verunsichert waren. Ein ranghoher Beamter im Verkehrsministerium berichtete, dass bereits an der Modernisierung der Hafen- und Flughafenscanner gearbeitet wird, unterstützt durch 18 Millionen Euro EU-Kofinanzierung, die im März angekündigt wurde. Šuica mahnte jedoch, dass Fortschritte von „der Achtung des Völkerrechts durch alle Beteiligten“ abhängen – eine deutliche Anspielung auf die maritimen Ansprüche der Türkei. Die zyprische Regierung hofft, mit greifbaren Ergebnissen in den Bereichen Migration und Grenzmanagement ihre Chancen auf einen Schengen-Beitritt im Jahr 2026 zu stärken.
Quelle: Politis
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