
Passagiere auf der RE5-Strecke in Mecklenburg-Vorpommern erlebten am Morgen des 30. Oktober eine angespannte Situation, nachdem um 09:00 Uhr Berichte über eine ätzende Substanz im Aufzugsschacht des Bahnhofs Waren (Müritz) eingingen. Die Bundespolizei Stralsund, örtliche Feuerwehren und eine Gefahrstoffeinheit des Landkreises sperrten den Unterführung ab und schlossen kurzzeitig die angrenzende Straße Schweriner Damm. Erste Tests ergaben keine aktive Säure, jedoch wurde ein Behälter mit Rückständen von industriellem Reinigungsmittel sichergestellt. Zugausfälle gab es keine, der Aufzug bleibt jedoch bis zur forensischen Untersuchung versiegelt. Der Vorfall folgt auf eine kleinere Vandalismusaktion am selben Aufzug zwei Tage zuvor und weckt Befürchtungen vor Nachahmungstaten, die die Verkehrsinfrastruktur vor dem Feiertagsverkehr am 1. November gefährden könnten. Obwohl der Fahrplan eingehalten wurde, mussten mobilitätseingeschränkte Reisende Umwege über Treppen oder Rampen in Kauf nehmen – ein möglicher Verstoß gegen die Fürsorgepflicht von Arbeitgebern gegenüber Mitarbeitern mit besonderen Bedürfnissen. Die Bundespolizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet; Videomaterial wird ausgewertet. DB Station & Service kündigte sofortige Überprüfungen der Lagerung von Reinigungsmitteln sowie verstärkte Sicherheitsstreifen an regionalen Bahnhöfen an. Für Mobilitätskoordinatoren lautet die Botschaft: Stellen Sie sicher, dass das Personal die örtlichen Notrufnummern (110 Polizei, 112 Feuerwehr) kennt und sensibilisieren Sie für die Meldung verdächtiger Behälter oder Gerüche auf dem Bahngelände.