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Merz und Erdoğan vereinbaren Beschleunigung der Rückführungen und Gespräche über Fachkräftezuwanderung bei erstem offiziellen Besuch

Okt. 31, 2025
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Merz und Erdoğan vereinbaren Beschleunigung der Rückführungen und Gespräche über Fachkräftezuwanderung bei erstem offiziellen Besuch
Am 30. Oktober 2025 traf sich der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz in Ankara mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan zu seiner ersten offiziellen Auslandsreise außerhalb der EU. Die beiden Staatschefs bezeichneten die Türkei als „engen Partner“ und kündigten die Wiederbelebung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe an, um die Rückführung türkischer Staatsangehöriger zu beschleunigen, deren Asylanträge in Deutschland abgelehnt wurden.

Migrationsdialog: Deutschland beherbergt rund drei Millionen Menschen türkischer Herkunft und bearbeitete in den ersten neun Monaten 2025 über 18.000 neue Asylanträge aus der Türkei. Im Rahmen der neuen Vereinbarung wird Ankara die Ausstellung von Laissez-Passer-Dokumenten innerhalb von zehn Tagen nach einem deutschen Abschiebebescheid erhöhen, während Berlin zusätzliche Charterflüge finanziert und spezialisierte Ansprechpartner am Flughafen Istanbul wieder einsetzt. Das Innenministerium strebt an, die monatlichen Rückführungen bis Mitte 2026 zu verdoppeln.

Fachkräftekanäle: Parallel dazu einigten sich die Arbeitsminister auf die Ausweitung des 2022 unterzeichneten „Abkommens für qualifizierte Fachkräfte“. Ab Januar 2026 startet ein Pilotprojekt, das in der Türkei ansässigen Ingenieuren, IT-Spezialisten und Pflegekräften mit anerkannten Qualifikationen ermöglicht, die deutsche EU Blue Card in einem beschleunigten zweiwöchigen Verfahren direkt beim deutschen Konsulat in Izmir zu beantragen. Arbeitgeber begrüßen diesen Schritt angesichts eines jährlichen Fachkräftemangels von 400.000 Personen in Deutschland.

Politischer Kontext: Merz’ harte Grenzpolitik im Inland stößt auf Kritik, doch der Besuch in Ankara verdeutlicht eine Doppelstrategie: härtere Rückführungen gepaart mit legalen Zugangswegen für Talente. Die Türkei strebt ihrerseits eine Vertiefung der Zollunion und visafreies Schengen-Reisen für ihre Bürger an; obwohl diese Themen noch offen sind, bezeichnete Erdoğan die neue Zusammenarbeit als „konstruktiven Schritt“.

Auswirkungen für Mobility-Teams: Unternehmen, die türkische Mitarbeiter nach Deutschland entsenden, sollten das Fast-Track-Pilotprojekt in Izmir genau beobachten und die erforderlichen Unterlagen frühzeitig vorbereiten; die Nachfrage wird voraussichtlich die anfängliche Jahresobergrenze von 3.000 Visa übersteigen. Arbeitgeber mit türkischen Entsandten, deren Aufenthaltstitel ausläuft, müssen zudem mit einer strengeren Überwachung von Überziehungen rechnen, da die Rückführungskapazitäten ausgeweitet werden.
Quelle: Reuters

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