
Nur wenige Stunden nachdem die Labour-Partei ihre begrenzten Befugnisse über die Roj-Gruppe eingeräumt hatte, veröffentlichte die Opposition einen Gesetzentwurf, der eine neue Straftat schaffen würde: die materielle Unterstützung von Australiern, die zu einer gelisteten Terrororganisation gereist sind oder diese unterstützt haben und versuchen, ohne staatliche Hilfe zurückzukehren. Der außenpolitische Sprecher der Opposition, Ted O’Brien, erklärte, die Maßnahme schließe eine „Schlupfloch“, das es Familienmitgliedern oder NGOs ermöglicht, Tickets zu kaufen, Pässe zu übermitteln oder Schmuggler zu bezahlen. Die Straftat würde mit bis zu 15 Jahren Haft bestraft und hätte extraterritoriale Geltung. Justizministerin Michelle Rowland warnte, der Vorschlag könnte mit bestehenden verfassungsrechtlichen Beschränkungen der Außenpolitik kollidieren und bereits im Strafgesetzbuch vorhandene Straftatbestände duplizieren. Branchenjuristen weisen darauf hin, dass Fluggesellschaften, Reisebüros und sogar Personalabteilungen, die die Rückführung von Mitarbeitern aus Konfliktgebieten organisieren, theoretisch unter eine weit gefasste Beihilfe-Klausel fallen könnten, wenn sie keine ausdrückliche ministerielle Genehmigung einholen. Für Unternehmen lautet die zentrale Botschaft: Sobald das Gesetz verabschiedet ist, muss jede vertragliche Unterstützung, die Reisen für eine bestimmte Person erleichtert – vom Ticketkauf bis zur Organisation von Abholungen am Flughafen – einer strengen Sanktionsprüfung unterzogen werden. Bestehende Richtlinien, die bereits gegen UN- und US-Terrorlisten prüfen, müssen um eine australische inländische „Rückkehrhilfe“-Liste ergänzt werden, falls der Gesetzentwurf Gesetz wird. Die Debatte über den Entwurf ist für die nächsten Sitzungen geplant, doch angesichts des zunehmenden öffentlichen Drucks in Sicherheitsfragen scheint eine extraterritoriale Strafbestimmung nun unvermeidlich.
Quelle: ABC News
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