
Zypern hat am 9. April 2026 den bedeutendsten Schritt seit einem Jahrzehnt zur Reform der Migrantengefängnisse unternommen und das neue Pre-Removal-Zentrum Limnes teilweise eröffnet. Die Einrichtung in der Nähe von Menoyia im Bezirk Larnaka ersetzt das veraltete Menoyia-Gefangenenlager mit 128 Plätzen und wird künftig Platz für bis zu 1.000 Personen bieten, die auf ihre Abschiebung oder Entscheidungen zu Asylberufungen warten. Das Justizministerium betont, dass der von der EU finanzierte Komplex nach modernen EU-Standards für Sicherheit und menschenwürdige Behandlung konzipiert wurde. Die Schlafsäle sind klimatisiert, die Überwachung vollständig digital, und es gibt eigene medizinische sowie rechtliche Hilfsbereiche – Merkmale, die lange vom Anti-Folter-Komitee des Europarats gefordert wurden. Die Regierung argumentiert, dass das Zentrum die derzeit von der Polizei genutzten Haftzellen für Migranten entlasten und die Kosten für den Transport zwischen Behörden senken wird. Menschenrechtsorganisationen bleiben jedoch vorsichtig. Der Europäische Rat für Flüchtlinge und Exilanten (ECRE) begrüßt die Entlastung, warnt aber davor, dass eine Ausweitung der Haftkapazitäten die langanhaltende Inhaftierung normalisieren könnte. Sie fordern von Zypern, die neue Infrastruktur mit schnelleren Asylverfahren und Alternativen zur Haft für Familien und besonders schutzbedürftige Personen zu verbinden. Für Manager im Bereich globale Mobilität signalisiert die Eröffnung, dass Zypern in eine strengere, aber besser ausgestattete Migrationsverwaltung investiert. Unternehmen, die Mitarbeiter auf die Insel entsenden, sollten mit einer konsequenteren Kontrolle von Überziehungen und klareren Verfahren bei abgelaufenen Arbeits- oder Aufenthaltserlaubnissen rechnen. Gleichzeitig könnten die verbesserten Bedingungen das Reputationsrisiko für Firmen verringern, deren Drittstaatsangehörige von administrativer Haft betroffen sind. Das Limnes-Zentrum soll bis Juli vollständig in Betrieb sein, danach plant das Justizministerium, Menoyia in ein Kurzzeit-Transitlager für Abschiebungen über den Flughafen Larnaka umzuwandeln.
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