
Reisende, die in den nächsten zwei Tagen nach Zypern ein- oder ausreisen, müssen mit einer beispiellosen Sicherheitsblase rechnen, da die Insel am 23. und 24. April 2026 ihren ersten informellen Gipfel des Europäischen Rates in Ayia Napa und Nikosia ausrichtet. Die Polizei hat auf den Autobahnen Nikosia–Larnaka und Larnaka–Ayia Napa sowie auf wichtigen städtischen Hauptverkehrsstraßen rund um die Hauptstadt zeitweise Straßensperrungen verhängt und warnt vor Verzögerungen von „bis zu 45 Minuten“ bei der Fahrt der Konvois zwischen den Veranstaltungsorten. Ein gesonderter Notice to Airmen (NOTAM) und ein NAVTEX wurden herausgegeben, die Teile des Luftraums und der Küstenwasserstraßen der Insel vorübergehend für unbefugten Verkehr sperren. Der kommerzielle Flugverkehr läuft weiter, doch Drohnen – darunter solche von Bauunternehmen, Versorgungsbetrieben und Filmteams – sind innerhalb eines 10-km-Radius um die Gipfelorte bis 23:59 Uhr am 24. April komplett verboten. Die Behörden betonen, dass die Maßnahmen angesichts der 1.200-köpfigen Delegation, zu der auch der französische Präsident Emmanuel Macron und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gehören, angemessen sind. Die zyprische Polizei hat 2.500 Beamte umdisponiert, während Schengen-Partner spezialisierte Schutzteams entsandt haben, wodurch der übliche VIP-Sicherheitsaufwand verdoppelt wurde. Für Geschäftsreisende lautet der praktische Rat: mehr Zeit für Transfers einplanen, Reisedokumente für Stichprobenkontrollen bereithalten und bei Terminen innerhalb des zweitägigen Zeitfensters Remote-Meetings in Betracht ziehen. Multinationale Arbeitgeber mit entsandten Mitarbeitern auf der Insel wurden gebeten, ihre Duty-of-Care-Briefings zu aktualisieren und, wo möglich, alternative Routen über Limassol oder die ländliche B9-Autobahn zu planen. Reiseveranstalter melden seit Dienstag einen Anstieg kurzfristiger Reiseplanänderungen um 30 %. Trotz der Beeinträchtigungen wird die Veranstaltung vor Ort als einmalige Chance zur Imagepflege während der sechsmonatigen EU-Ratspräsidentschaft Zyperns gesehen. Tourismusbehörden erwarten, dass die mediale Aufmerksamkeit kurzfristige Stornierungen ausgleicht, und verweisen auf frühere Ratspräsidentschaften kleinerer Mitgliedstaaten, die im Nachgang zweistelliges Besucherwachstum verzeichneten.
Quelle: Cyprus Mail