
Das spanische Außenministerium hat Israel eine formelle Protestnote übermittelt, nachdem ein Gericht in Aschkelon die Haft von Saif Abu Keshek, einem spanischen Staatsbürger, der an Bord der Gaza-gerichteten Global Sumud-Flottille festgenommen wurde, um 48 Stunden verlängert hat. Laut The Guardian hat Außenminister José Manuel Albares zudem eine dringende Anhörung vor dem spanischen Parlament beantragt, um die bisher ergriffenen konsularischen Maßnahmen zu erläutern. Abu Keshek und der brasilianische Aktivist Thiago Ávila gehörten zu den 175 Passagieren, die am vergangenen Mittwoch von mehr als 50 Schiffen in internationalen Gewässern vor Kreta festgesetzt wurden. Die Menschenrechtsorganisation Adalah, die beide Männer vertritt, wirft den israelischen Behörden vor, sie bei der Überstellung nach Israel geschlagen und mit verbundenen Augen transportiert zu haben. Es wurden keine formellen Anklagen erhoben, doch israelische Stellen beschuldigen sie der Unterstützung einer terroristischen Organisation. Der spanische Konsul war bei der Anhörung am Sonntag anwesend und fordert täglichen Zugang zu dem Inhaftierten. In einer gemeinsamen Erklärung bezeichneten Spanien und Brasilien den Vorfall als „Entführung in internationalen Gewässern“, die gegen internationales Recht verstoßen könnte. Ministerpräsident Pedro Sánchez, einer der schärfsten Kritiker Israels in der EU im Gaza-Krieg, erklärte gegenüber Unterstützern, Madrid werde „seine Bürger und das Völkerrecht stets verteidigen“. Warum das für die globale Mobilität wichtig ist: Der Vorfall verdeutlicht die zunehmenden konsularischen Risiken für NGOs, Journalisten und CSR-Teams von Unternehmen, die in Konfliktgebieten tätig sind. Spanische Firmen mit Mitarbeitern im östlichen Mittelmeerraum überprüfen derzeit ihre Krisenmanagement-Protokolle, darunter die Registrierung im Online-System „Registro de Viajeros“ und die vorherige Absicherung durch juristische Unterstützung. Versicherer berichten von einem Anstieg der Anfragen zu politischen Risiko-Versicherungen, die willkürliche Inhaftierungen abdecken. Diplomatische Quellen zufolge könnte Spanien, falls Abu Keshek am Dienstag nicht freigelassen wird, den israelischen Botschafter einbestellen und eine Koordination mit anderen EU-Staaten zu Reisehinweisen in Erwägung ziehen.
Quelle: The Guardian
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