
Derzeit befinden sich laut einer Inspektion am 11. Juli durch die Ombudsleute für Freiheitsentzug aus Latium und Rom nur 27 Personen in der Migrationshaftanstalt Gjader, die Italien diesen Frühling im Norden Albaniens eröffnet hat. Die beiden Ombudsleute argumentierten, dass angesichts freier Kapazitäten in italienischen Einrichtungen auf dem Festland die Verlegung irregulärer Migranten ins Ausland weder effizient noch human sei. Gjader bietet Platz für 144 Inhaftierte und verfügt über einen bislang ungenutzten 24-Zellen-Straftrakt sowie einen leeren Bereich mit 880 Betten, der für auf See abgefangene Asylsuchende vorgesehen ist. Die Einrichtung wird von der italienischen NGO Medihospes im Rahmen eines bilateralen Abkommens betrieben, das von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni als Modell für die externe EU-Asylbearbeitung propagiert wird. Bislang haben 140 Personen das Camp durchlaufen, 37 wurden repatriiert und sieben erhielten Schutzstatus. Die Inspektoren bestätigten akzeptable Lebensbedingungen, wiesen jedoch auf Hindernisse beim Kontakt zu Familien, Rechtsbeistand und spezialisierter medizinischer Versorgung hin, bedingt durch die Entfernung zu italienischen Gerichten und Krankenhäusern. Sie forderten Rom auf, Massenverlegungen zu überdenken und stattdessen in eine beschleunigte Asylentscheidung auf italienischem Boden zu investieren. Die Ergebnisse liefern Kritikern Argumente, die behaupten, dass die Auslagerung von Haftplätzen gegen EU-Recht verstößt und Ressourcen verschwendet. Unternehmen, die Personal zwischen Italien und dem Westbalkan verlegen, sollten mögliche Proteste oder Gerichtsentscheidungen beobachten, die Fähr- und Flugverbindungen zwischen Tirana und Bari beeinträchtigen könnten.
Quelle: La Sicilia