
Am 27. Juli um 08:00 Uhr hat das spanische Nationale Sicherheitsministerium die anhaltenden Waldbrände in Madrid, Ávila, Toledo und Castellón zur „Notlage von nationalem Interesse“ erklärt. Über 90.000 Menschen sind nun zur Evakuierung verpflichtet, weitere 47 Gemeinden stehen unter Ausgangsbeschränkungen oder eingeschränktem Zugang. Während der Flughafen Adolfo Suárez Madrid-Barajas weiterhin voll funktionsfähig ist, haben Iberia und Air Europa flexible Umbuchungsregelungen für Flüge bis zum 1. August eingeführt, und Busunternehmen leiten ihre Routen an gesperrten Autobahnen vorbei um. Allein der Brand in der Sierra Oeste hat 25.000 Hektar zerstört – das Sechsfache des saisonalen Durchschnitts – und rückt auf Pendlerstädte wie San Martín de Valdeiglesias vor. Die Behörden haben im Rahmen des EU-Zivilschutzmechanismus zwei Wasserflugzeuge aus der Türkei angefordert, zusätzlich zu den bereits von Italien, Griechenland und Portugal bereitgestellten Flugzeugen. Planer für Geschäftskontinuität sollten lokale Mobilitätsbeschränkungen beachten: Lastwagen dürfen nach Einbruch der Dunkelheit die A-5 nicht befahren, und Nicht-Anwohner benötigen eine Genehmigung des Zivilschutzes, um betroffene Gebiete zu betreten. Lieferdienste verlagern ihre Zustellungen auf Nachtzeiten, wenn die Rauchentwicklung nachlässt. Mehrere Hotelketten im Nordwesten Madrids haben Konferenzzentren in Notunterkünfte umgewandelt; Arbeitgeber, die Mitarbeitende evakuieren, können die Kosten nach Herabstufung der Notlage über den nationalen Katastrophenfonds zurückfordern. Obwohl die Metro und die Cercanías-Züge in Madrid normal verkehren, warnt Renfe vor kurzfristigen Ausfällen auf der Linie nach Ávila, falls die Gleistemperaturen 60 °C überschreiten. Personalabteilungen mit Mitarbeitenden in der Nähe von Burgohondo oder Villa del Prado sollten Notfallkontaktketten aktivieren und zweimal täglich aktuelle Standortmeldungen einholen. Das Innenministerium deutet mögliche Bewegungseinschränkungen für das kommende Wochenende an, falls der Wind auffrischt. Reisende sollten NOTAMs und die spanische 112-App für Echtzeitwarnungen im Auge behalten; das britische Außenministerium (FCDO) und Australiens Smartraveller haben ihre Reisehinweise bereits aktualisiert.
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