
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) beim Zollamt Kiel führte am Samstag eine koordinierte Kontrolle in 19 Schönheitssalons in Norddeutschland durch. Dabei wurden sieben Personen ohne erforderliche Aufenthalts- oder Arbeitserlaubnis entdeckt. Vier der unerlaubt beschäftigten Mitarbeiter arbeiteten in einem einzigen Nagelstudio in Trittau, die übrigen verteilten sich auf Betriebe in Ratzeburg, Geesthacht und Stockelsdorf. Alle sieben Beschäftigten sehen sich nun strafrechtlichen Verfahren wegen illegaler Beschäftigung gegenüber, während gegen ihre Arbeitgeber wegen Förderung des unerlaubten Aufenthalts und des Verdachts auf Sozialversicherungsbetrug ermittelt wird. Zudem wurden acht Verstöße gegen die Meldepflicht bei Neueinstellungen sowie drei Fälle fehlender Arbeitszeitnachweise festgestellt. Die Razzia war Teil einer bundesweiten FKS-Aktion im Friseur- und Kosmetikgewerbe, das seit Januar 2026 verstärkt unter verschärfte Schwarzmarktkontrollen fällt. Für internationale Unternehmen, die Drittanbieter im Bereich Beauty-Services etwa bei Produkteinführungen oder Messen einsetzen, ist der Fall eine Warnung: Veranstalter haften weiterhin für Sorgfaltspflichtverletzungen in ihren Subunternehmerketten. Gleichzeitig verdeutlicht die Aktion die verschärfte Innenpolitik Deutschlands. Während das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz qualifizierten Fachkräften aus dem Ausland den Zugang erleichtert, werden Liberalisierung und strengere Arbeitsplatzkontrollen kombiniert, um Missbrauch zu verhindern. Personalabteilungen, die Nicht-EU-Bürger in kundenorientierten Positionen einsetzen, sollten daher unbedingt prüfen, ob Berufsbezeichnungen und Tätigkeitsbereiche mit den Eintragungen in den Aufenthaltstiteln übereinstimmen.
Quelle: Presseportal (Hauptzollamt Kiel)