
In einer Erklärung nach einem informellen Treffen der UN-Generalversammlung in New York am 26. September warf der marokkanische Außenminister Nasser Bourita Spanien vor, bei der Rückführung von Migranten, die Ende Juli massenhaft nach Ceuta eingereist waren, zu zögern. Bourita erklärte gemeinsam mit seinem spanischen Amtskollegen José Manuel Albares, dass „administrative und rechtliche Hindernisse in Madrid“ der Hauptgrund dafür seien, dass mehrere Tausend Menschen – darunter unbegleitete Minderjährige – weiterhin auf spanischem Boden bleiben. Spanische Behörden betonen, dass Rückführungen die EU- und nationalen Rechtsgarantien einhalten müssen, insbesondere zum Schutz von Minderjährigen mit besonderem Schutzbedarf. Albares unterstrich, dass bis Ende August bereits mehr als die Hälfte der ursprünglich 70.000 Eingereisten freiwillig zurückgekehrt sei, und betonte, dass weitere Überstellungen „fallweise“ erfolgen würden. Der diplomatische Schlagabtausch verdeutlicht die anhaltenden Spannungen in der Migrationspartnerschaft zwischen Spanien und Marokko, die wichtige Reiseprogramme wie den Saisonarbeiter-Korridor für marokkanische Landarbeiter und die vereinfachte Visaerteilung für Geschäftsreisende stützt. Ein längerfristiger Bruch könnte Marokko dazu veranlassen, Ausreisekontrollen zu verschärfen oder gemeinsame Patrouillen auszusetzen, was neue Migrationswellen auslösen und die Mobilität über die Straße von Gibraltar erschweren könnte. Globale Unternehmen, die Mitarbeiter zwischen beiden Ländern pendeln lassen – insbesondere in den Bereichen Landwirtschaft, Automobilproduktion und erneuerbare Energien – sollten sich auf mögliche bürokratische Verzögerungen bei der Visabearbeitung oder plötzliche politische Entscheidungen einstellen. Es empfiehlt sich, den Kontakt zu konsularischen Dienstleistern eng zu halten und bei Einsatzplanungen mehr Vorlaufzeit einzuplanen, bis der Streit um die Rückführungen beigelegt ist.
Quelle: Voice of Spain