
Die öffentliche Unzufriedenheit über die Migrationskrise in Ceuta entlud sich am Sonntag, den 27. September, auf den Straßen, als etwa 600 Einwohner vom Stadtzentrum zu den Grenztoren von Tarajal marschierten und strengere Kontrollen forderten. Unter dem Motto „Das ist keine Einwanderung, das ist eine Invasion“ führten die Teilnehmer eine kurze Sitzblockade auf der N-352 durch, wodurch der Warenverkehr von und nach Marokko für etwa 30 Minuten zum Erliegen kam, bevor sich die Demonstranten friedlich auflösten. Obwohl die Demonstration deutlich kleiner war als der 25.000-köpfige Wohnprotest am selben Wochenende in Madrid, verdeutlicht sie den wachsenden Druck auf die spanische Regierung, die Geschäftstätigkeiten an einer der komplexesten Außengrenzen der EU wieder zu normalisieren. Spediteure berichteten gegenüber Europa Press, dass der Stillstand am Sonntag mindestens 40 Lkw-Überfahrten verzögerte und einige Transporte von verderblichen Waren zwangen, über Algeciras umzuleiten. Lokale Einzelhändler, von denen viele auf Tagesausflügler aus Marokko angewiesen sind, beklagen seit dem Masseneintritt im Juli Umsatzeinbußen von bis zu 60 %, da sporadische Proteste und verstärkte Polizeikontrollen die Grenzüberquerung erschweren. Die Handelskammer von Ceuta fordert die Behörden auf, eine spezielle „Grüne Spur“ für geprüfte Geschäftsreisende und Nutzfahrzeuge einzurichten. Während die Proteste am Sonntag ohne Zwischenfälle endeten, kündigten die Organisatoren an, wöchentlich zurückzukehren, bis die Regierung zusätzliche maritime Barrieren errichtet und 200 weitere Guardia-Civil-Beamte entsendet. Für Mobilitätsmanager mit Mitarbeitern oder Lieferanten in Ceuta ist die Botschaft klar: Es ist mit zeitweisen Störungen am Tarajal-Grenzübergang zu rechnen, und es sollten alternative Seefrachtwege über Festlandhäfen eingeplant werden.
Quelle: Europa Press