
Armenien hat sich still und leise der wachsenden Liste von Ländern angeschlossen, die gezielt indische Reisende ansprechen. Ein Regierungsdekret vom 20. Februar 2026 erlaubt Inhabern indischer Reisepässe bis zum 1. Juli 2026 visafreien Aufenthalt von bis zu 90 Tagen pro Besuch. Diese temporäre Befreiung – gültig für Tourismus, Familienbesuche und kurze Geschäftsreisen – soll die Ankünfte nach der Pandemie ankurbeln, insbesondere im Vorfeld der 2800-Jahr-Feier Jerewans im September. Armenische Behörden verweisen auf die wachsende indische Mittelschicht mit steigendem Reisevolumen sowie den Erfolg der seit Oktober 2025 angebotenen Direktflüge von Indigo zwischen Delhi und Jerewan als wichtige Impulse. Reiseveranstalter erwarten eine steigende Nachfrage nach Kombi-Paketen für den Kaukasus, zumal Georgien bereits E-Visa anbietet und Aserbaidschan Interesse an einer Marketingoffensive in Südasien signalisiert. Für Manager im Bereich globale Mobilität und Entsendungen vereinfacht die Befreiung Dienstreisen zu Armeniens schnell wachsenden IT- und Erneuerbare-Energien-Sektoren, in denen mehrere indische Unternehmen Joint Ventures prüfen. Indische Mitarbeiter können nun Projektstarts oder Due-Diligence-Treffen wahrnehmen, ohne die bisher erforderliche 5- bis 7-tägige Konsularbearbeitung. Längere Arbeitseinsätze erfordern weiterhin Aufenthaltserlaubnisse, weshalb Unternehmen bei Aufenthalten über 90 Tage Zeit für Nachformalitäten einplanen sollten. Reiseberater weisen darauf hin, dass Armenien kein elektronisches Ankunftssystem hat; Reisepässe müssen sechs Monate über die Einreise hinaus gültig sein, und ein Nachweis der Unterkunft kann verlangt werden. Eine Krankenversicherung mit einer Deckungssumme von 30.000 USD wird empfohlen, ist aber nicht verpflichtend. Da die Befreiung am 1. Juli ausläuft, wird das Außenministerium „Besucherzahlen und Sicherheitsaspekte“ prüfen, bevor über eine Verlängerung entschieden wird. Die unmittelbare Wirkung ist jedoch eindeutig: Inder haben nun spontan Zugang zu einem UNESCO-geschützten Land voller Klöster, Weinstraßen und schneebedeckter Kaukasuslandschaften – zumindest für die nächsten vier Monate ohne bürokratischen Aufwand oder Visagebühren.
Quelle: TravelTrade.Today