
Nicholas A. Ioannides, Zyperns stellvertretender Minister für Migration und internationalen Schutz, leitete am 5. März in Brüssel die Sitzung des Rats für Justiz und Inneres der EU – eine ungewöhnliche Ehre für einen Nicht-Präsidialstaat, die Zypern für seine vorderste Rolle in der aktuellen Sicherheitskrise zuteilwurde. Die Minister verabschiedeten Schlussfolgerungen zum „Gesamtzustand des Schengen-Raums“, darunter einen überarbeiteten Fahrplan für die Zeit nach 2026, der alle Systeme an den Außengrenzen vollständig interoperabel machen soll – mit der Verknüpfung von Entry/Exit, ETIAS, Eurodac und der verbesserten VIS-Datenbank. Der Fahrplan verpflichtet die Mitgliedstaaten, die nationalen IT-Updates bis zum vierten Quartal 2027 abzuschließen. Ioannides erklärte, Zypern werde dies durch eine beschleunigte Beschaffung biometrischer Kioske für die Flughäfen Larnaka und Paphos sowie die beiden legalen Landgrenzübergänge der Insel erreichen. Der Rat gab zudem grünes Licht für Pilotprojekte zur „Förderung freiwilliger Rückkehr“ irregulärer Migranten und unterstützte eine koordinierte EU-weite Bedrohungsbewertung, die sich auf Kämpfer konzentriert, die aus der Ukraine und Syrien zurückkehren. Für Zypern, das 2025 mit 13.800 Asylanträgen einen Rekord verzeichnete, könnte die Finanzierung freiwilliger Rückkehrprogramme den Druck auf Aufnahmeeinrichtungen mindern und die derzeit durchschnittlichen Verfahrenszeiten von 14 Monaten verkürzen. Verantwortliche für Mobilitätsprogramme sollten beachten, dass mit der Anbindung Zyperns an das Schengen Entry/Exit System (EES), die Mitte 2027 erwartet wird, Drittstaatsangehörige strengeren 90/180-Tage-Kurzaufenthaltsregelungen unterliegen und automatisierte Bußgelder bei Überschreitungen drohen. Arbeitgeber sollten daher jetzt Reiseverhalten prüfen und erwägen, Vielreisende auf nationale Visa oder befristete Aufenthaltstitel umzustellen, um künftige Verstöße zu vermeiden.