
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat am 6. März offiziell die Europäische Kommission darüber informiert, dass Deutschland seine vorübergehenden Kontrollen an allen Landgrenzen bis zum 15. September 2026 verlängern wird. Dieser Schritt, der bereits am 16. Februar angekündigt wurde, erforderte eine zweite rechtliche Mitteilung gemäß Artikel 25 des Schengener Grenzkodex. In einem an Die Sachsen durchgesickerten Schreiben nennt Dobrindt „anhaltende sekundäre Bewegungen irregulärer Migranten“ sowie „die sicherheitspolitischen Auswirkungen des Nahost-Konflikts“ als Begründung. Die Grünen in Sachsen reichten umgehend eine parlamentarische Anfrage ein und werfen dem Ministerium vor, gegen die EU-Verhältnismäßigkeitsregeln zu verstoßen. Kommissionsvizepräsident Margaritis Schinas erklärte gegenüber Journalisten, die Brüsseler Exekutive werde „prüfen, ob die objektiven Voraussetzungen weiterhin erfüllt sind“. Deutschland hatte die Kontrollen erstmals im September 2024 wiedereingeführt und seitdem dreimal verlängert. Logistikunternehmen beklagen, dass routinemäßige Stichprobenkontrollen von Lkw an der Grenze zu Frankreich bis zu 45 Minuten pro Fahrt und jährliche Kosten von 80 Millionen Euro verursachen. Multinationale Unternehmen müssen damit rechnen, dass der Status quo – systematische Ausweiskontrollen bei der Einreise auf Straße und Schiene – bis zum Sommer bestehen bleibt. Grenzpendler sollten Reisepässe oder Aufenthaltstitel mitführen und mit möglichen Verzögerungen rechnen, insbesondere rund um die Spiele der Fußball-EM 2026.
Quelle: DieSachsen News