
Die Flugbegleitergewerkschaft UNAC führte am Ostermontag (6. April) einen 24-stündigen Streik an den sechs französischen Basen von easyJet durch. Obwohl die Billigfluggesellschaft von „begrenzten Ausfällen“ ausging, zeigten Echtzeit-Tracker, dass Kurzstreckenflüge von und nach Paris, Lyon und Nizza bis zu zwei Stunden Verspätung hatten, was Anschlussverbindungen nach Prag beeinträchtigte. Arbeitskämpfe in Frankreich gelten nicht als „außergewöhnliche Umstände“ gemäß EU-Verordnung 261. Daher haben tschechische Reisende, deren Flüge gestrichen wurden, Anspruch auf eine Entschädigung von 250 bis 400 Euro zusätzlich zu Umbuchungen oder Rückerstattungen. Reise-Risikoberater in Prag raten Unternehmen, Ansprüche schnell einzureichen und ihre Mitarbeiter daran zu erinnern, Hotel- und Verpflegungsbelege für die Erstattung aufzubewahren. Der Streik verdeutlicht die Anfälligkeit tschechischer Lieferketten für Arbeitskonflikte in anderen Teilen Europas. EasyJet bedient täglich mehrere Verbindungen zwischen Prag und Frankreich, die bei Pharma-, Technologie- und Beratungsunternehmen beliebt sind, die auf Tagesgeschäftstreffen angewiesen sind. Einige Unternehmen haben bereits wichtige Mitarbeiter auf traditionelle Fluggesellschaften mit Interline-Abkommen umgebucht, um die Umbuchungsmöglichkeiten zu maximieren. Französische Gewerkschaften warnen, dass weitere Streiks möglich sind, falls die Gehaltsverhandlungen scheitern, was mit der Konferenzsaison von April bis Juni zusammenfallen könnte. Tschechische Reiseeinkäufer blockieren daher bereits Ersatzplätze bei alternativen Airlines und prüfen Zugverbindungen auf der für dieses Jahr geplanten Nachtstrecke Prag–Paris.
Quelle: Air Journal
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