
Die Irish Times berichtet, dass die neue rechtskonservative Koalition unter Premierminister Andrej Babiš plant, den automatischen „vorübergehenden Schutz“ für Ukrainer einzuschränken und die direkte militärische Unterstützung für Kiew einzustellen. Tschechien hat rund 400.000 Ukrainern Zuflucht gewährt – mehr pro Kopf als jedes andere EU-Mitglied – doch die Minister schlagen nun vor, alleinstehende Männer im wehrfähigen Alter sowie Menschen aus vergleichsweise sicheren westlichen Regionen der Ukraine auszuschließen. Diese Ankündigung hat erhebliche Auswirkungen auf die Mobilität. Viele ukrainische Beschäftigte verfügen über tschechische Visa für vorübergehenden Schutz, die uneingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt gewähren. Personalabteilungen befürchten, dass strengere Regelungen oder Nichtverlängerungen den Fachkräftemangel in Bau, Industrie und IT verschärfen könnten. Arbeitgeber prüfen bereits alternative Aufenthaltsgenehmigungen wie das Programm für hochqualifizierte Arbeitskräfte und die EU-Blaukarte. Zivilgesellschaftliche Organisationen warnen, dass jede abrupte Änderung die Konsulate und Innenministerien überfordern könnte, da Tausende versuchen, auf reguläre langfristige Aufenthaltsgenehmigungen umzusteigen. Integrations-NGOs in Prag fordern die Regierung auf, Übergangsfristen zu veröffentlichen und den Schulzugang für Kinder während der Klärung des Aufenthaltsstatus der Eltern zu garantieren. Auf EU-Ebene könnte der Plan mit der EU-weiten Verlängerung des vorübergehenden Schutzes bis März 2027 kollidieren. Brüssel wird voraussichtlich von Prag Zusicherungen verlangen, dass nationale Einschränkungen mit der Durchführungsentscheidung vereinbar sind und keine sekundären Migrationsbewegungen auslösen. Multinationale Unternehmen, die ukrainische Fachkräfte in Tschechien beschäftigen, sollten daher die Gesetzesentwürfe genau verfolgen und bei der Interessenvertretung den Arbeitsmarktbedarf nachweisen.
Quelle: The Irish Times
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