
Die Wirtschaftszeitung MacroBusiness berichtet über eine deutliche Kehrtwende der Regierung Albanese, die darauf abzielt, den Zustrom indischer Studierender nach Australien einzudämmen. Nachdem die Regierung 2025 die Obergrenzen aufgehoben und die Risikobewertungen gesenkt hatte, wurde Indien nun in die höchste Risikokategorie Evidence Level 3 im Rahmen des vereinfachten Studentenvisumsystems eingestuft. Zudem wird die Ministerielle Anweisung 115 strikt angewendet, die die Bearbeitung verlangsamt, sobald Bildungseinrichtungen ihre Studierendenzahlen um mehr als 15 Prozent überschreiten. Neue Daten des Innenministeriums zeigen, dass die Offshore-Zulassungsquoten für indische Hochschulbewerber im März 2026 auf 49 Prozent gesunken sind – im Vergleich zu 80 Prozent im Vorjahr. Behörden führen dies vor allem auf die weitverbreitete Einreichung gefälschter Kontoauszüge und nicht überprüfbarer akademischer Zeugnisse zurück, während Beobachter politischen Druck vermuten, die Nettozuwanderung vor dem Bundeshaushalt am 14. Mai zu reduzieren. Universitäten, die stark vom indischen Markt abhängig sind, rechnen mit Einnahmeausfällen, während Arbeitgeber sich Sorgen um einen Rückgang von Absolventen in MINT-Fächern machen. Die Gebühr für das Temporary Graduate Visum (Subclass 485) wurde zudem auf 4.600 AUD verdoppelt, was den Weg vom Studium in den Beruf erschwert, der viele indische Studierende anzieht. Für Unternehmen mit internationaler Personalplanung bedeutet die Verschärfung längere Vorlaufzeiten für indische Entsandte, die den Studien-zu-Arbeitsweg einschlagen, sowie die Notwendigkeit, Compliance-Nachweise frühzeitig vorzulegen. Bildungseinrichtungen werden aufgefordert, ihre Vermittler zu überprüfen und bedingte Zulassungen nur an Bewerber zu vergeben, die strengere finanzielle und sprachliche Anforderungen erfüllen.
Quelle: MacroBusiness