
Der australische Bildungssektor im Ausland ist durch neue Daten des Department of Home Affairs (DHA) erschüttert worden: Im März 2026 wurden fast 4.800 Anträge auf Studentenvisa von Bewerbern außerhalb Australiens abgelehnt. Da die Antragsgebühr von 2.000 AUD nicht erstattungsfähig ist, nahm Canberra allein in diesem Monat fast 10 Millionen AUD aus diesen Ablehnungen ein – Teil von geschätzten 735 Millionen AUD, die 2025 durch Visagebühren eingenommen wurden. Experten sehen diesen Einnahmenanstieg als Folge einer bewussten politischen Wende, die Mitte 2024 begann, als die Antragsgebühren von 710 AUD auf 2.000 AUD erhöht und die Integritätsregeln verschärft wurden. Die Bewilligungsquoten für Bewerber im Ausland sind auf Rekordtiefs gefallen – im März lag sie bei nur 59 Prozent – während die Erfolgsquoten für Bewerber, die sich bereits in Australien aufhalten, mit über 90 Prozent hoch bleiben, da diese Berufungsrechte haben und leichter überprüfbar sind. Kritiker befürchten, dass diese Strategie Australiens Exportindustrie für internationale Bildung im Wert von 55 Milliarden AUD schadet. Die Bildungsexpertin Keri Ramirez weist darauf hin, dass die Einnahmen aus Visagebühren inzwischen die Budgets des Bureau of Meteorology und des Australian Bureau of Statistics zusammen übersteigen. Der ehemalige stellvertretende Einwanderungssekretär Abul Rizvi bezeichnet die Gebührenerhöhung als „entsetzliche Politik“, da sie hochqualifizierte Studierende abschrecke. Regierungsquellen betonen hingegen, dass es bei der Verschärfung um „Integrität, nicht um Einnahmen“ gehe und dass die Nettozuwanderungsziele eine genauere Prüfung der finanziellen Leistungsfähigkeit und des echten Studieninteresses erforderten. Universitäten warnen jedoch, dass sinkende Einschreibungen regionale Wirtschaften und Forschungsfinanzierung belasten werden, während Arbeitgeber bereits einen Rückgang bei der Verfügbarkeit von Absolventen sehen. Praktischer Tipp: Institutionen, die auf Rekrutierung im Ausland setzen, sollten ihre Marketingversprechen überdenken und Studierende auf strengere finanzielle und sprachliche Prüfungen vorbereiten. Mobilitätsmanager sollten mit höheren Ablehnungsquoten rechnen und Onshore-Programme als zweite Chance für eine Visumsbewilligung in Betracht ziehen.
Quelle: Times Higher Education