
Die zyprische Polizei gab am 7. Mai die Festnahme von neun Personen bekannt, die beschuldigt werden, gefälschte Mietverträge hergestellt zu haben, um damit Studentenaufenthaltserlaubnisse zu erschleichen. Bei den Verdächtigen handelt es sich Berichten zufolge um Ausländer, die angeblich Mietverträge mit gefälschten Stempelmarken fälschten und diese Pakete an Landsleute verkauften, die sich beim Ausländer- und Einwanderungsamt in Famagusta registrieren lassen wollten. Die Bande stand seit Mitte April unter Beobachtung, nachdem das Einwanderungspersonal einen ungewöhnlichen Anstieg nahezu identischer Mietverträge festgestellt hatte. Bei Durchsuchungen am 28. April wurden ungestempelte Formulare, Laptops mit Vorlagen und 12.000 Euro Bargeld sichergestellt. Alle neun Festgenommenen bleiben bis zu ihrem Gerichtstermin am 15. Mai in Haft, wo sie sich wegen Verschwörung, Urkundenfälschung und Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt verantworten müssen. Der Fall zeigt Schwachstellen auf, die Zypern im Vorfeld seiner EU-Ratspräsidentschaft schnell schließen will. Das stellvertretende Migrationsministerium plant, bis Jahresende in Famagusta ein blockchainbasiertes Mietvertragsregister zu pilotieren, um die Einreichung gefälschter Wohnungsdokumente – eine häufige Voraussetzung für Studenten- und Arbeitsvisa – zu erschweren. Arbeitgeber, die Nicht-EU-Mitarbeiter beschäftigen, werden dringend geraten, die Echtheit von Mietverträgen vor der Verlängerung von Arbeitserlaubnissen sorgfältig zu prüfen, da die Behörden verstärkte Kontrollen ankündigen. Das Übersehen gefälschter Unterlagen kann zu Verwaltungsstrafen von bis zu 3.000 Euro pro Mitarbeiter und in schweren Fällen zu strafrechtlichen Verfahren führen. Die Festnahmen sind zudem eine Warnung an angehende internationale Studierende: Die Nutzung von Vermittlern, die „garantierte“ Dokumente versprechen, kann zukünftige Visaanträge gefährden und zur Sperrung führen.
Quelle: Cyprus Mail