
Die polnische Grenzpolizei berichtete am 12. Mai, dass ihre nordöstlichen Einheiten zwischen dem 8. und 10. Mai 34 Migranten abgefangen haben, die versuchten, von Litauen aus nach Polen einzureisen. Unter den Nationalitäten befanden sich Staatsangehörige aus Indien, Bangladesch, Somalia und Afghanistan. Drei mutmaßliche Schleuser – zwei turkmenische Staatsangehörige und ein litauischer Kurier – wurden ebenfalls festgenommen und sehen nun einer Haftstrafe von bis zu acht Jahren nach polnischem Recht entgegen. Alle festgenommenen Migranten wurden im Rahmen beschleunigter Rückführungsverfahren an die litauischen Behörden übergeben, was die enge operative Zusammenarbeit zwischen Warschau und Vilnius seit dem Anstieg der irregulären Migration über die sogenannte Baltische Route im vergangenen Jahr unterstreicht. Jeder Migrant erhielt zudem ein Schengen-Einreiseverbot von 5 bis 10 Jahren. Der Vorfall verdeutlicht die Menschenschmuggelnetzwerke, die sich nach Osten verlagert haben, da die verschärften Kontrollen an der polnisch-belarusischen Grenze die Überquerung dort riskanter machen. Arbeitgeber, die entsandte Arbeitskräfte aus Drittstaaten beschäftigen, sollten ihre Rekrutierungsketten überprüfen, um sicherzustellen, dass keine Verbindungen zu Schleusern bestehen, die nun auf den Baltischen Korridor setzen. Für Umzugsmanager lautet die Botschaft, zu prüfen, ob Mitarbeiter aus Südasien und Afrika über gültige EU-Visa verfügen, bevor sie die Region durchqueren. Betreiber von Shuttle-Bussen zwischen Kaunas und Suwałki wurden angewiesen, zusätzliche Zeit für Kontrollen einzuplanen und die Fahrer über das Vorgehen bei der Entfernung von Passagieren zu informieren.
Quelle: Komenda Główna Straży Granicznej