
Das polnische Außenministerium (MSZ) hat seine Reisehinweise für Bolivien von Stufe 2 („erhöhte Vorsicht“) auf Stufe 3 angehoben. Diese Einstufung bedeutet praktisch, dass polnische Staatsbürger alle nicht notwendigen Reisen in das Land absagen sollten. Die Entscheidung, die am 12. Mai 2026 bekannt gegeben wurde, folgt auf eine Welle von regierungskritischen Demonstrationen, die Autobahnen und wichtige Stadtzentren im Andenstaat lahmgelegt haben. Laut MSZ werden die Straßensperren zwischen dem 12. und 18. Mai voraussichtlich zunehmen, was die Fortbewegung im Land – einschließlich des Zugangs zu internationalen Flughäfen – unberechenbar macht. Die polnische Botschaft in Lima, die auch für Bolivien zuständig ist, warnt davor, dass Demonstranten bereits Treibstofflieferungen blockiert und private Fahrzeuge angegriffen haben, die versuchten, Barrikaden zu umgehen. Der X-Account des Ministeriums „Polak za granicą“ rät Reisenden, die sich bereits in Bolivien aufhalten, sich im Odyseusz-System zu registrieren, zusätzliche Lebensmittel und Wasser mitzunehmen und lokale Medien aufmerksam zu verfolgen, um sichere Fluchtwege aus La Paz und Santa Cruz zu finden. Die erhöhte Warnstufe ist Teil eines größeren Trends: Im vergangenen Jahr haben polnische Konsulardienste mehr als 30 Notfallmeldungen im Zusammenhang mit Unruhen in Lateinamerika herausgegeben. Unternehmen mit rotierendem Personal in Boliviens Bergbau- und Energiesektor sehen sich nun mit höheren Versicherungsprämien konfrontiert und müssen möglicherweise Evakuierungsklauseln in den Verträgen ihrer Expat-Mitarbeiter aktivieren. Reise-Risikoberater weisen darauf hin, dass viele europäische Fluggesellschaften Flughäfen ansteuern, die bald durch Straßensperren abgeschnitten sein könnten. Für Manager im Bereich globale Mobilität bedeutet dies eine Neubewertung der Fürsorgepflichten. Organisationen mit Personal in Bolivien sollten sicherstellen, dass medizinische Evakuierungsdienste an Flughäfen in großer Höhe wie El Alto landen können. Personalabteilungen wurden zudem daran erinnert, polnische Staatsangehörige über Protokolle für Lebenszeichen-Anrufe zu informieren und Notfallfonds für Landtransporte nach Peru oder Chile bereitzustellen, falls der Flughafen El Alto geschlossen wird.
Quelle: Polska Agencja Prasowa (PAP)