
Die überarbeitete Nationalitätsgesetzgebung Portugals trat am 19. Mai nach Veröffentlichung im Diário da República in Kraft und verlängert die erforderliche Aufenthaltsdauer für Staatsangehörige der CPLP-Staaten – darunter Brasilianer – von fünf auf sieben Jahre, bevor sie die portugiesische Staatsbürgerschaft beantragen können. Für Ausländer außerhalb der Europäischen Union gilt nun eine Frist von zehn Jahren. Die Änderung verschärft auch die Jus-soli-Bestimmungen: Kinder, die in Portugal von ausländischen Eltern geboren werden, gelten erst als Portugiesen, wenn die Familie mindestens fünf Jahre legal im Land gelebt hat. Damit entfällt der bisherige automatische Weg, den viele brasilianische Migranten nutzten. Bereits eingereichte Anträge werden noch nach den alten Regeln bearbeitet, doch das Justizministerium verzeichnete einen Online-Ansturm, da viele Bewohner ihre Unterlagen bis Mitternacht am 18. Mai einreichten. Die Reform reagiert auf politischen Druck wegen Wohnraummangels und Integrationskapazitäten in Lissabon und Porto, wo Brasilianer mit rund 513.000 die größte ausländische Gemeinschaft bilden. Kritiker befürchten, dass dadurch mehr Menschen in einen irregulären Status gedrängt werden, ohne das Wohnungsproblem zu lösen. Für Arbeitgeber, die brasilianische Mitarbeiter nach Portugal entsenden, wirkt sich die längere Aufenthaltsfrist auf langfristige Bindungsstrategien und Familienplanung aus, da Angehörige zwei Jahre länger auf volle EU-Mobilitätsrechte warten müssen. Einwanderungsanwälte raten neuen Entsandten, alle Steuer- und Sozialversicherungsnachweise lückenlos zu führen, da Unterbrechungen die Aufenthaltszeit zurücksetzen können. Zudem empfehlen sie, die Digital-Nomaden- und Tech-Visa-Programme Portugals zu prüfen, die unverändert bleiben und für Fachkräfte schnellere Wege zum Daueraufenthalt statt zur Staatsbürgerschaft bieten.
Quelle: CNN Brasil
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