
Am 21. Mai 2026 hat die Europäische Kommission eine spezielle Maßnahme des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) im Wert von 77 Millionen Euro gestartet, um innovative Integrationsprojekte auf lokaler Ebene für Drittstaatsangehörige zu fördern. Der Aufruf ermutigt die Mitgliedstaaten, jeweils bis zu zwei Leuchtturmprojekte einzureichen, die sich auf „One-Stop-Shop“-Servicezentren und neue Wohnmodelle für besonders schutzbedürftige Migranten konzentrieren. Die belgische Bundes-AMIF-Verwaltungsbehörde hat bestätigt, dass sie im Sommer Vorschläge von Regionen und Gemeinden einholen wird. Antwerpen und Lüttich – beide mit Engpässen in den Aufnahmeeinrichtungen konfrontiert – haben bereits Interesse an modularen „Housing-First“-Pilotprojekten bekundet, die Unterkunft mit Sprachkursen und Jobvermittlungsdiensten kombinieren. Die Region Brüssel-Hauptstadt prüft den Ausbau eines digitalen Helpdesks für neu angekommene IT-Fachkräfte und deren Familien, der in ihre Smart-City-Strategie eingebettet ist. Für Arbeitgeber bietet die Förderung die Möglichkeit, Aus- und Weiterbildungs-, Kinderbetreuungs- oder Mentoring-Angebote mitzufinanzieren, um die Integration ausländischer Talente zu erleichtern. Projekte können bis zu 90 % EU-Kofinanzierung erhalten – ein höherer Satz als bei den regulären AMIF-Programmen –, was die Kosten für unternehmensbezogene CSR-Initiativen deutlich senkt. Anträge müssen bis zum 2. Oktober 2026 bei der Kommission eingereicht werden. Mobilitätsmanager sollten jetzt den Kontakt zu lokalen Behörden suchen, wenn sie eine Unternehmensbeteiligung anstreben – Konsortien müssen vor der Einreichung der Shortlist durch die belgische Verwaltungsbehörde gebildet sein. Erfolgreiche Bewerbungen werden Anfang 2027 bekanntgegeben, die Projekte sollen noch im selben Jahr starten und über 36 Monate laufen.