
Spanische Einwanderungsforen sind voll von Beschwerden über wochenlange Wartezeiten für Termine zur Fingerabdruckregistrierung (toma de huellas), die für den Erhalt der Tarjeta de Identidad de Extranjero (TIE) erforderlich sind. Die Fachseite VisasUpdate berichtet, dass in Madrid und Barcelona die ersten verfügbaren Termine erst Ende August liegen, während in Sevilla auf dem Portal der nationalen Polizei keine Termine angezeigt werden. Behörden führen den Anstieg auf das außergewöhnliche Regularisierungsprogramm Spaniens zurück, das am 1. Mai online gestartet wurde und bereits über 520.000 Anträge von langjährig illegalen Migranten erhalten hat. Jeder genehmigte Fall muss zur Fingerabdrucknahme persönlich bei der Polizei erscheinen, was das ohnehin schon unterbesetzte System zusätzlich belastet. Für ausländische Arbeitnehmer bedeutet die Verzögerung längere Wartezeiten zwischen der positiven Aufenthaltsentscheidung und dem Erhalt der physischen Karte, die für die Eröffnung von Bankkonten oder Reisen innerhalb der EU erforderlich ist. Einige Personalabteilungen stellen interne Bescheinigungen über den Beschäftigungsstatus aus, doch Fluggesellschaften akzeptieren diese als Ausweis bei Inlandsflügen uneinheitlich. Das Innenministerium kündigt an, bis Juli 120 neue Selbstbuchungskioske in großen Polizeistationen einzurichten und verhandelt über ein Überstundenpaket, das landesweit 80.000 zusätzliche Termine ermöglichen könnte. Rechtsexperten empfehlen Antragstellern, die Buchungsseite um Mitternacht zu prüfen, da dann oft stornierte Termine wieder freigegeben werden. Unternehmen, die diesen Sommer neue Mitarbeiter erwarten, sollten mit einer Bearbeitungszeit von sechs bis acht Wochen für die TIE rechnen statt der üblichen drei Wochen und in Erwägung ziehen, EU-Dienstreisen bis zum Erhalt der Karte zu verschieben.
Quelle: VisasUpdate