
Der Genfer Nahverkehrsbetrieb TPG hat die Frequenz von Bussen und Trams bis spät in die Nacht zum Mittwoch stark reduziert, da es nahe den grenzüberschreitenden Übergängen des Kantons zu Frankreich zu massiven Staus kommt. Frankreich hält während des G7-Gipfels vom 15. bis 17. Juni in Évian-les-Bains nur sieben der üblichen 32 Grenzkontrollstellen offen, was zu umfangreichen Sicherheitskontrollen und Rückstaus tief ins Schweizer Gebiet hinein führt. Die TPG hat 30 Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen und die gleichzeitig eingesetzte Flotte von 430 auf 400 Fahrzeuge reduziert. Die stark frequentierten Linien 5, 6, 8, 19 sowie die Tramlinien 12 und 17 verkehren nach einem Sonderfahrplan, während die grenzüberschreitende Linie 80 nun bereits in Bachet-de-Pesay endet und nicht mehr bis Saint-Julien (Frankreich) fährt. Besonders betroffen sind die Verbindungen zum CERN über den Zollposten Meyrin, wo die Verspätungen am Dienstagabend Spitzenwerte von über 45 Minuten erreichten. Die Zollbehörden geben an, dass 25 kleinere Grenzübergänge mindestens bis Donnerstag, 18. Juni, 23:59 Uhr geschlossen bleiben. Die Delegationen werden voraussichtlich den ganzen Mittwoch über über den Flughafen Genf abreisen, was den Verkehr durch die Konvois zwischen Évian und dem Schweizer Autobahnnetz weiter verschärfen dürfte. Die Situation verdeutlicht die Verwundbarkeit der Schweiz bei großen diplomatischen Veranstaltungen direkt an der Grenze: Täglich pendeln normalerweise 76.000 Grenzgänger nach Genf, und viele Unternehmen betreiben regionale Logistikzentren auf französischer Seite. Einzelhändler berichten von Lieferverzögerungen bei Frischwaren, und einige Grenzpendler haben sich krankgemeldet oder arbeiten im Homeoffice. Die TPG warnt, dass der reduzierte Fahrplan bei anhaltenden Staus verlängert werden könnte. Arbeitgeber mit Standorten in Genf sollten ihre Mitarbeitenden auf längere Fahrzeiten hinweisen, Schichtmodelle anpassen und gegebenenfalls Hotelunterkünfte für wichtige Techniker organisieren. Reisende zum Flughafen Genf sollten eine zusätzliche Stunde einplanen und die aktuellen Verkehrsinformationen auf tpg.ch sowie in der App des kantonalen Verkehrszentrums verfolgen.
Quelle: SWI swissinfo.ch
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