
Der Genfer Nahverkehrsbetrieb TPG kündigte am späten 16. Juni Notfall-Fahrplankürzungen an, da die Sicherheitsabsperrungen der G7 an der französisch-schweizerischen Grenze zu tagelangen Staus führten. Von den 32 Grenzübergängen im Kanton sind nur noch sieben geöffnet, was Zehntausende Pendler und Delegierte auf dieselben Verkehrsachsen zwingt und Busse sowie Trams überlastet. Die TPG hat ihre aktive Fahrzeugflotte von 430 auf 400 Fahrzeuge reduziert – mindestens bis Ende Mittwoch – wobei die stark frequentierten Linien 5, 6, 8, 19, 22 und die grenzüberschreitende Linie 80 am stärksten betroffen sind. Die Tramlinien 12 und 17 – wichtig für Grenzgänger nach Annemasse – fahren nun mit verminderter Frequenz, und die Linie 18 zum CERN erlebt weiterhin Verzögerungen, da die Polizei den Verkehr am Zollposten Meyrin-CERN zeitweise stoppt. Der Betreiber erklärt, dass der Umstieg auf einen „Ferien-Light“-Fahrplan dazu dienen soll, die Taktzeiten zu stabilisieren, anstatt Fahrzeuge stundenlang im Stau festzuhalten. Mobilitätsteams in Unternehmen im internationalen Organisationsviertel Genfs wurden aufgefordert, Taxi-, E-Bike- oder Fahrgemeinschaftsalternativen zu genehmigen und, wo möglich, Homeoffice zu ermöglichen. Für Expat-Familien kollidiert die Störung mit den Reiseplänen zum Schuljahresende: Französische Eltern, die ihre Kinder an Genfer Privatschulen abholen, berichten von bis zu zweistündigen Wartezeiten an den Grenzübergängen Perly, Bardonnex und Meyrin. Auch Spediteure melden ähnliche Verzögerungen bei der letzten Meile zu Genfer Hotels und Konferenzorten, von denen viele G7-Medienteams beherbergen. Die TPG rechnet ab Donnerstag mit einer allmählichen Normalisierung, sobald die Delegationen abreisen, warnt jedoch, dass eine vollständige Rückkehr zum Vor-Gipfel-Fahrplan davon abhängt, dass die französischen Behörden alle 25 vorübergehend geschlossenen Zollstellen wieder öffnen. Mobilitätsplaner sollten die Live-Updates auf den Websites der TPG und der Kantonspolizei verfolgen und Reisende darauf hinweisen, bis zu 90 Minuten zusätzliche Reisezeit einzuplanen.
Quelle: Léman Bleu Television
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