
Nach landesweiten Streiks an Flughäfen hat die Gewerkschaft Confial Trasporti für Freitag, den 26. Juni, zu einem 24-stündigen Streik bei ATM, dem öffentlichen Verkehrsunternehmen Mailands, aufgerufen. Die wichtigsten Pendlerverbindungen werden nur während der gesetzlich geschützten Zeiten – Betriebsbeginn bis 08:45 Uhr und 15:00 bis 18:00 Uhr – fahren, was Touristen, Büroangestellte und Messebesucher außerhalb dieser Zeiten vor große Herausforderungen stellt. Die fünf U-Bahn-Linien und über 100 Oberflächenlinien von ATM befördern täglich mehr als 1,4 Millionen Fahrgäste. Selbst eine begrenzte Beteiligung der Gewerkschaft kann das Netz lahmlegen, da Signalzentralen, Betriebshöfe und Stationskontrolleure alle betroffen sind. Beim letzten Streik der Confial im März überquerten nur 6,6 Prozent der Mitarbeiter die Streikposten, dennoch sank die U-Bahn-Frequenz um 60 Prozent. Die Stadtverwaltung hat bereits vor Staus auf dem nördlichen Ring gewarnt und die Regeln für Mitfahrgelegenheiten und Taxilizenzen gelockert. Anbieter von Car-, Scooter- und Bike-Sharing (Enjoy, Drivalia, Free2Move, Cooltra, Lime) werden zusätzliche Flotten bereitstellen, während Trenord zwei zusätzliche Regionalzüge auf den Linien S8 und S9 einsetzt, um Pendler umzuleiten. Unternehmen, die Kunden zu den Proben der Mailänder Fashion Week oder im Kongresszentrum MICO empfangen, sollten ihre Termine anpassen und alternative Fahrgutscheine anbieten. Personalabteilungen erinnern daran, dass die Homeoffice-Klauseln in den nationalen Tarifverträgen an anerkannten Streiktagen das Arbeiten von zu Hause erlauben, wenn der Arbeitsweg unzumutbar wird. Nach italienischem Streikrecht wird die endgültige Bestätigung 48 Stunden vorher vom Verkehrsministerium veröffentlicht, doch die Gewerkschaft hat keine Anzeichen für einen Rückzug gezeigt. Reisende sollten den Live-Twitter-Kanal von ATM und das Ministeriumsportal scioperi.mit.gov.it für kurzfristige Updates im Auge behalten.
Quelle: SICURAUTO.it