
UN-Generalsekretär António Guterres äußert „tiefe Besorgnis“ über jüngste Vorstöße türkischer und türkisch-zyprischer Kräfte in die von den Vereinten Nationen kontrollierte Pufferzone nahe dem gemischten Dorf Pyla östlich von Larnaka. In einem Vorabbericht zu UNFICYP, der der Cyprus Mail vorliegt, beschreibt der Generalsekretär eine Zunahme stationärer Fahrzeuge, bewaffneter Kräfte und provisorischer Kontrollpunkte, die seit Februar die Bewegungsfreiheit der Zivilbevölkerung einschränken. Pyla ist einer der wenigen täglich genutzten Übergänge für Pendler, darunter Arbeiter und Studenten, zwischen den beiden Teilen der Insel. Auch Geschäftsreisende nutzen die Route, um das britische Hoheitsgebiet Dhekelia zu erreichen. Die UN-Patrouillen wurden verstärkt, doch Guterres betont, dass „die Fähigkeit von UNFICYP, unautorisierte Aktivitäten einzudämmen, ohne volle Kooperation der Konfliktparteien begrenzt ist“. Er listet eine Reihe von Vorfällen auf, darunter die kurzzeitige Festnahme eines griechisch-zyprischen Zivilisten, die die Besorgnis internationaler Organisationen in der Region verstärkt haben. Saisonale Arbeitskräfte könnten bei einer Eskalation der Lage beeinträchtigt werden. Logistikunternehmen berichten bereits von Verzögerungen für Lkw am nahegelegenen Übergang Pergamos, da UN-Patrouillen den Verkehr umleiten. Multinationale Unternehmen mit in Larnaka untergebrachten Mitarbeitern, die im Norden tätig sind, überprüfen derzeit ihre Notfallpläne und Versicherungen. Der Bericht erscheint zeitgleich mit der Ernennung eines neuen Sonderbeauftragten der Europäischen Kommission für Zypern und den Vorbereitungen der UN-Gesandten María Ángela Holguín für eine Shuttle-Diplomatie Ende des Monats. Mobilitätsexperten fordern, dass ein klarer Mechanismus zur Deeskalation an den Übergängen in jedes vertrauensbildende Maßnahmenpaket integriert wird, um eine wirtschaftliche Blockade während der Hauptreisezeit zu verhindern. Bis dahin raten Unternehmenssicherheitsberater, nicht notwendige Reisen über das Pyla-Plateau zu vermeiden und stattdessen, wo möglich, alternative Übergänge wie Agios Dometios oder Ledra Palace zu nutzen.
Quelle: Cyprus Mail