
Ein unter zyprischer Flagge fahrendes Containerschiff, die M/V GFS Galaxy, wurde in den frühen Morgenstunden des 12. Juli im Golf von Hormus von iranischen Streitkräften angegriffen, so das US-Zentralkommando. Der Angriff erfolgte im Zuge einer neuen Runde von US-Luftangriffen auf iranische Militäranlagen und setzte das Schiff in Brand, wobei der Maschinenraum schwer beschädigt wurde. Ein indisches Besatzungsmitglied wird vermisst, der Rest der multinationalen Crew wurde in einen nahegelegenen Hafen am Golf evakuiert. Das zyprische Ministerium für Schifffahrt steht in direktem Kontakt mit der in Limassol ansässigen Reederei und ergreift „alle angemessenen Maßnahmen“, darunter die Unterstützung bei Verletzten und die Koordination mit internationalen Marineeinheiten, die die Meerenge patrouillieren. Obwohl keine zyprischen Staatsangehörigen an Bord waren, verdeutlicht der Vorfall das erhöhte Risiko für unter zyprischer Flagge fahrende Schiffe in einem der verkehrsreichsten und politisch sensibelsten Energie-Drehkreuze der Welt. Zypern kontrolliert die drittgrößte EU-Flotte nach Tragfähigkeit, und viele Reeder haben als Reaktion auf die eskalierende US-iranische Konfrontation ihre Fahrten im Golf umgeleitet oder verlangsamt. Die Kriegsrisikoprämien für Fahrten durch die Hormus-Passage stiegen über Nacht um geschätzte 25 %, wie Makler der Cyprus Shipping Association berichteten, was die Kosten für eine einzelne Ostfahrt um mehrere zehntausend Dollar erhöhte. Logistikmanager zyprischer Exporteure – von Zitrusfrüchteproduzenten bis zu Pharmahändlern – suchen bereits hektisch nach Alternativrouten über den Suezkanal in Ägypten oder den Hafen Ceyhan in der Türkei. Beide Optionen verlängern jedoch die Transitzeiten um mehrere Tage und erhöhen die Treibstoffkosten. Maritime Sicherheitsexperten raten Schiffseignern, die Flaggenstaatenrichtlinien zu überprüfen, die UKMTO-Meldeverfahren zu aktivieren und, sofern die Versicherung es zulässt, bewaffnete Wachen an Bord zu nehmen. Das Ministerium für Schifffahrt plant, Anfang dieser Woche in Limassol eine Krisensitzung mit Branchenvertretern einzuberufen.
Quelle: Cyprus Mail
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