
Das Ein- und Ausreisesystem (EES) der Europäischen Union ist seit dem 10. Juli 2026 vollständig in Betrieb, und die finnischen Grenzbehörden spüren bereits die Auswirkungen. Die biometrische Plattform – mit Gesichtserkennung, Fingerabdruckerfassung und elektronischer Zeitstempelung – ersetzt die manuellen Passstempel für alle Kurzzeitreisenden aus Nicht-EU-Staaten, die den Schengen-Raum betreten oder verlassen, darunter auch am Flughafen Helsinki-Vantaa sowie an den stark frequentierten Seehäfen Turku und Helsinki Südhafen. Der rumänische Sender Antena 3 CNN berichtet von langen Warteschlangen an mehreren Schengen-Flughäfen, da Erstregistrierende den vollständigen Erfassungsprozess durchlaufen müssen. Der Flughafen Helsinki, ein wichtiger Umschlagplatz für den asiatischen Verkehr, bestätigt, dass sich die durchschnittlichen Grenzkontrollzeiten für Staatsangehörige visumfreier Länder während der morgendlichen Stoßzeiten von vier auf neun Minuten mehr als verdoppelt haben. Finavia, der Betreiber des Flughafens, hat Personal umgeschichtet, um Passagiere zu unterstützen, und zwei zusätzliche automatische Kontrollspuren geöffnet. Gleichzeitig empfiehlt Finavia Reiseveranstaltern und Firmenreisediensten, bis mindestens September für An- und Abflüge 30 Minuten mehr Zeit einzuplanen. Für Geschäftsreisende bringt das neue System Vorteile, sobald die Daten einmal gespeichert sind: Wiederkehrende Einreisen sollten dank Gesichtserkennung an den automatischen Gates deutlich schneller ablaufen. Dennoch warnt die Finnische Handelskammer davor, dass verpasste Anschlussflüge während der Umstellungsphase für Exporteure mit engen Zeitplänen teuer werden können. Unternehmen überarbeiten daher ihre Reiserichtlinien und schreiben mindestens 90-minütige Umsteigezeiten innerhalb des Schengen-Raums vor. Außerdem werden Mitarbeiter daran erinnert, die Fingerspitzen frei von Lotionen zu halten, da diese die Scanner beeinträchtigen können. Das EES verschärft zudem die Einhaltung der Vorschriften: Überzieher werden nun automatisch erkannt, und die finnische Einwanderungsbehörde Migri kündigt an, Verwaltungsstrafen künftig schneller zu verhängen. Personalvermittler, die projektbezogene Spezialisten mit dem beschleunigten D-Visum nach Finnland holen, sollten besonders aufmerksam sein: Aufenthalte in anderen Schengen-Staaten werden nahtlos auf die 90/180-Tage-Regel angerechnet. Die Behörden betonen, dass das System nicht für EU-Bürger oder finnische Staatsangehörige bei der Rückkehr gilt, wohl aber für britische, US-amerikanische, chinesische und andere Drittstaatsangehörige, selbst bei Transitaufenthalten. Helsinki reiht sich damit in die Liste nordeuropäischer Flughäfen ein, die Reiseleitern empfehlen, Pufferzeiten einzuplanen, und Kreuzfahrtpassagieren, die für Tagesausflüge von Bord gehen, klare Reisepläne mitzuführen, um die Ausreisekontrolle bei der Rückkehr zu erleichtern.
Quelle: Antena 3 CNN
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