
Brüssel hat einen weiteren Verfahrensschritt für den lang erwarteten Beitritt Zyperns zum Schengen-Raum unternommen. Der Sprecher der Europäischen Kommission, Markus Lammert, bestätigte am 15. Juli, dass die Kommission den Schengen-Länderbericht 2025-26 zu Zypern verabschiedet und an den Rat der Europäischen Union zur formellen Vorlage im September weitergeleitet hat. Der Bericht, der nach Vor-Ort-Bewertungen im Dezember 2025 erstellt wurde, kommt zu dem Schluss, dass Zypern die erforderlichen technischen Standards im Bereich der Außengrenzenkontrolle, Visaerteilung, Datenschutz und polizeilichen Zusammenarbeit erfüllt. Besonders hervorgehoben wird die vollständige Anbindung der Insel an zentrale EU-IT-Systeme wie das Schengener Informationssystem (SIS II) und das Visa-Informationssystem (VIS) sowie erfolgreiche Pilotverbindungen zum künftigen Ein- und Ausreisesystem (EES) und der Reisegenehmigungsplattform ETIAS. Obwohl das Dokument für sich genommen keine Beitrittserlaubnis darstellt, betonten Kommissionsvertreter, dass die „positive Stellungnahme“ der Mitgliedstaaten am 26. Juni den Weg für diese Übermittlung geebnet habe. Nun liegt der Ball beim Rat; für die Abschaffung der Binnengrenzkontrollen in Zypern ist Einstimmigkeit unter den Schengen-Mitgliedern erforderlich. Zypriotische Unternehmen verfolgen die Entwicklung aufmerksam. Die Schengen-Mitgliedschaft würde Passkontrollen bei Flügen zu 25 weiteren europäischen Ländern abschaffen, Reisezeiten von Tür zu Tür verkürzen und kurzfristige Reisen ermöglichen, die derzeit durch Ausweiskontrollen und Visa-Stempel-Warteschlangen erschwert werden. Auch Reise- und Logistikunternehmen erwarten Kosteneinsparungen beim innergemeinschaftlichen Güterverkehr durch vereinfachte Zoll- und Sicherheitsformalitäten. Die Kommission versprach, Zypern weiterhin bei offenen Fragen zu unterstützen, insbesondere beim Status der von der UN überwachten „Grünen Linie“ und der Integration der Grenzübergangsdaten in das EES, ohne die Pufferzone zu einer harten Grenze werden zu lassen. Eine formelle Abstimmung im Rat könnte noch vor Ende 2026 erfolgen, sofern der Konsens erhalten bleibt.
Quelle: Cyprus Business News (CBN)