
Zwei hochrangige Beamte des US-Heimatschutzministeriums – Unterstaatssekretär Rob Law und stellvertretender Assistenzsekretär John Gountanis – beendeten am 14. Juli einen zweitägigen Besuch in Nikosia, bei dem sie Gespräche mit der stellvertretenden Ministerin beim Präsidenten, Irini Piki, sowie weiteren Kabinettsmitgliedern führten. Die Themen reichten von regionaler Sicherheit bis hin zur Cyberabwehr, doch im Fokus der Gespräche stand ein Punkt: Zyperns langjähriges Bestreben, dem US-Visa-Waiver-Programm (VWP) beizutreten. Zyprische Vertreter informierten die Delegation darüber, dass alle technischen Voraussetzungen – biometrische Pässe, Informationsaustauschvereinbarungen, niedrige Überziehungsraten – inzwischen erfüllt sind. Die US-Seite bestätigte, dass die Unterlagen derzeit einer behördenübergreifenden Prüfung in Washington unterliegen, nannte jedoch keinen Zeitplan. Bei einer Genehmigung könnten zyprische Staatsbürger visafrei für touristische oder kurzfristige Geschäftsreisen von bis zu 90 Tagen über das ESTA-System in die USA einreisen – ähnlich wie die meisten EU-Bürger es bereits genießen. Über das VWP hinaus einigten sich beide Seiten darauf, die Ausbildung zyprischer Grenzbeamter in der Erkennung von Dokumentenfälschungen auszuweiten und im Herbst eine gemeinsame Planspielübung zu maritimen Migrationsszenarien im östlichen Mittelmeer durchzuführen. Zudem sei ein Memorandum of Understanding zum Austausch von Informationen über Cyberbedrohungen in Vorbereitung, so die Beamten. Für multinationale Arbeitgeber würde die VWP-Mitgliedschaft die Notwendigkeit von B-1/B-2-Visumsterminen für zyprische Führungskräfte eliminieren und die Vorlaufzeiten für US-Reisen von mehreren Wochen auf wenige Minuten verkürzen. Bis zu einer Entscheidung sollten Unternehmen weiterhin die üblichen US-Visumverfahren einplanen, jedoch die Ankündigungen des DHS genau verfolgen – eine Genehmigung könnte kurzfristig erfolgen und sofort wirksam werden.
Quelle: KNEWS (Kathimerini Cyprus)