
Italien steuert auf eine der streikintensivsten Wochen des Jahres zu, wie ein detaillierter Kalender des staatlichen Senders RAI zeigt. Das landesweite Bahnpersonal der Ferrovie dello Stato (FS) wird von Donnerstag, 23. Juli, 21:00 Uhr, bis Freitag, 24. Juli, 21:00 Uhr, die Arbeit niederlegen. Gleichzeitig legen lokale Nahverkehrsmitarbeiter in Städten wie Florenz, Genua und Bari gestaffelte Streiks von 4 bis 8 Stunden ab heute, dem 20. Juli, ein. Der Luftverkehr ist morgen, am 21. Juli, erneut betroffen, wenn die Crews von easyJet für 24 Stunden die Arbeit niederlegen. Parallel dazu gibt es Aktionen bei den Logistikdienstleistern Alha und MLE-BCube am Flughafen Mailand-Malpensa sowie bei Bodenpersonalunternehmen in Lamezia Terme, Neapel, Olbia und Alghero. Der Fährbetreiber Grandi Navi Veloci stellt ab Mittag des 22. Juli für 24 Stunden den Betrieb ein, was Fracht- und Passagierverbindungen zwischen dem Festland und Sardinien oder Sizilien beeinträchtigt. Für Manager der globalen Mobilität ist die Häufung problematisch, da sie alle wichtigen Verkehrsträger betrifft. Obwohl das italienische Gesetz Betreiber verpflichtet, während der Pendler-Hauptverkehrszeiten Mindestdienste anzubieten, gilt dieser Schutz nicht für den Hochgeschwindigkeitszugverkehr nach 21:00 Uhr oder für Nachtfähren. Umzüge oder Termine im Zusammenhang mit Einwanderung könnten daher kurzfristig neu geplant werden müssen. Die Gewerkschaften verweisen auf ungelöste Tarifverhandlungen und Personalmangel, der durch Rekordzahlen an Sommerreisenden verschärft wird. Arbeitgeber werden geraten, Reisehinweise herauszugeben, flexible Arbeitszeiten oder virtuelle Meetings während der betroffenen Zeiträume zu fördern und Reisende daran zu erinnern, dass Bahn- und Fährtickets bei offiziellen Streikankündigungen meist ohne Strafgebühren umgebucht werden können. Die schnellste Möglichkeit, aktuelle Ergänzungen oder Absagen zu verfolgen, ist die Überwachung des Portals scioperi.mit.gov.it des Verkehrsministeriums.
Quelle: Rai News