
Der Verkehr auf dem E80-Korridor zwischen Italien und Frankreich kam am Sonntagabend nahezu zum Erliegen, nachdem italienische und französische Polizeikräfte Straßensperren am Grenzübergang Ponte San Ludovico bei Ventimiglia errichtet hatten. Die Maßnahme erfolgte als Reaktion auf eine kleine, aber stark beachtete Demonstration von pro-migrantischen Aktivisten, die versprachen, „Schengen ohne Kontrollen zu überqueren“, um eine EU-weite Aufenthaltserlaubnis zu fordern. Französische Gendarmen setzten gepanzerte Fahrzeuge ein, während italienische Beamte den Verkehr auf den parallel verlaufenden Grenzübergang Ponte San Luigi umleiteten, was einen kilometerlangen Rückstau verursachte, der sich erst nach der Umleitung entspannte. Obwohl nur wenige Dutzend Demonstranten erschienen, zeigten die Behörden eine deutliche Präsenz, was die erhöhte Sensibilität bei grenzüberschreitenden Bewegungen nach mehreren jüngsten Festnahmen von Menschenschmugglern in der ligurischen Grenzregion widerspiegelt. Für Pendler und Logistikunternehmen ist die Situation eine Erinnerung daran, dass der Knotenpunkt Ventimiglia – entscheidend für Just-in-Time-Lieferungen zwischen der italienischen Riviera und der Côte d’Azur – bei Sicherheitswarnungen plötzlich zum Stillstand kommen kann. Logistikplaner sollten den Telegram-Kanal der Präfektur Imperia im Auge behalten, der nun Echtzeit-Informationen zum Grenzstatus bereitstellt. Aus politischer Sicht kündigt die Demonstration größere Kundgebungen an, die für heute, den 20. Juli, geplant sind, bei denen NGOs eine „EU-Aufenthaltserlaubnis für alle“ fordern werden. Eine Eskalation könnte Frankreich dazu veranlassen, temporäre Grenzkontrollen wieder einzuführen, die nach Schengen-Regeln bis zu 30 Tage zulässig sind und den Geschäftsreiseverkehr zwischen Nizza und Mailand direkt beeinträchtigen würden.
Quelle: La Sicilia