
Als Reaktion auf Pekings neues Ein- und Ausreiseregime hat Taiwans Mainland Affairs Council (MAC) am 14. September eine öffentliche Warnung herausgegeben, in der fünf Gruppen taiwanesischer Staatsbürger genannt werden, die bei Reisen nach Festlandchina „äußerste Vorsicht“ walten lassen sollten. Zu diesen Gruppen zählen Beamte, religiöse und NGO-Mitarbeiter, Führungskräfte in der Hightech-Branche, politisch engagierte Kommentatoren sowie kürzlich pensionierte Militär- und Polizeibeamte. Vize-Minister Shen You-zong erklärte gegenüber Journalisten, dass die erweiterte Befugnis zur Durchsuchung elektronischer Geräte und zur Verhängung von Ausreiseverboten „die persönlichen Sicherheitsrisiken erheblich erhöht“. Laut MAC-Statistiken wurden seit 2024 insgesamt 440 Taiwaner in China als vermisst gemeldet, festgehalten oder mit Ausreisebeschränkungen belegt – allein in der vergangenen Woche gab es neun neue Fälle. Rechtsexperten warnten auf einem Seminar in Taipeh, dass Taiwaner mit sensiblen Unternehmensdaten an der Grenze zur Herausgabe gezwungen werden könnten, was gegen Vertraulichkeitsvereinbarungen und Exportkontrollgesetze in Drittstaaten verstoßen würde. Unternehmen wird empfohlen, Risikoanalysen durchzuführen und sicherzustellen, dass Mitarbeiter ihre Reisepläne vor Abreise beim MAC registrieren, damit im Notfall konsularische Unterstützung gewährleistet ist. Die Warnung erfolgt, während eine taiwanesische Delegation sich auf das APEC-Treffen der Personalminister in Nanjing nächste Woche vorbereitet. Das MAC teilte mit, dass die Beamten mit APEC-Dokumenten reisen würden, wies jedoch darauf hin, dass China in der Vergangenheit einseitig „Taiwan Compatriot Permits“ ausgestellt hat, was die Staatsangehörigkeitssituation verkompliziert. Für Mobility-Manager bedeutet dies: Reisen über die Taiwanstraße gelten als hochriskant, und die doppelte Meldung der Reisepläne sowohl an die Unternehmenssicherheitsabteilungen als auch an taiwanesische Behörden ist inzwischen Standard.
Quelle: PTS News (Taiwan)
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