
Im Gespräch bei RAIs „Radio Anch’io“ heute Morgen bestätigte Vizepremier und Außenminister Antonio Tajani, dass Italien die Grenzkontrollen für Luft- und Seereisende aus Spanien „aus Sicherheitsgründen“ beibehalten wird. Die Maßnahme, die erstmals am 1. August nach einer massenhaften Migranten-Einreise in die spanische Enklave Ceuta eingeführt wurde, wurde bereits zweimal verlängert und gilt nun mindestens bis zum 1. Oktober. Tajani verwies auf Geheimdienstinformationen, wonach sich unter den Ceuta-Einreisenden möglicherweise Dschihadisten-Zellen befinden, die eine Weiterreise nach Italien versuchen könnten. Er betonte, dass ähnliche Kontrollen an der slowenischen Landgrenze bestehen und bezeichnete den Schritt als „nichts Außergewöhnliches“, da derzeit zehn Schengen-Staaten interne Kontrollen durchführen. Für Geschäftsreisende bedeutet dies stichprobenartige Ausweiskontrollen, längere Warteschlangen und mögliche Anschlussflugrisiken auf Verbindungen von Madrid, Barcelona und spanischen Insel-Flughäfen nach Rom, Mailand und anderen italienischen Drehkreuzen. Fluggesellschaften raten Passagieren, mindestens 45 Minuten früher für alle Flüge nach Italien ab Spanien am Flughafen zu sein. Unternehmen, die Mitarbeiter zwischen iberischen und italienischen Büros versetzen, sollten zusätzliche Pufferzeiten in die Reisepläne einbauen und sicherstellen, dass Nicht-EU-Beschäftigte einen Nachweis über ihren legalen Aufenthaltsstatus mitführen. Das Innenministerium betonte erneut, dass EU-/EWR-Bürger weiterhin e-Gates nutzen können, wo verfügbar, aber für stichprobenartige Kontrollen einen Reisepass oder Personalausweis bereithalten sollten.
Quelle: La Presse