
Italiens Auslandnetzwerk für Diplomatie und Handelsförderung richtet seinen Fokus verstärkt auf Unternehmensmobilität und Exportwachstum. Botschafter Pasquale Salzano traf am 24. September in Casablanca den Präsidenten der ICE-Agentur, Matteo Zoppas, um den sogenannten *Sistema Italia*-Ansatz zu besprechen, der die Ressourcen von Botschaften, Konsulaten, der Italienischen Handelsagentur (ICE), Exportkreditinstituten (SACE & SIMEST) und der staatlichen Förderbank CDP bündelt. Salzano betonte, dass eine koordinierte Plattform unerlässlich ist, da immer mehr mittelständische italienische Hersteller Tochtergesellschaften, Joint Ventures und Projektstandorte im Ausland eröffnen. Zahlen der ICE für 2025-26 zeigen einen Anstieg von 14 % bei Unternehmen, die erstmals Exporthilfe suchen, während Anfragen zur Mitarbeiterverlagerung um 17 % zugenommen haben. Der Botschafter hob Marokko als Beispiel hervor: Beschleunigte Zollabfertigung am Hafen Tanger-Med und ein neues Doppelbesteuerungsabkommen machen das Land zu einem Nearshoring-Standort für italienische Zulieferer aus der Automobil- und Luftfahrtbranche. Praktisch organisiert die Botschaft nun vierteljährliche Workshops zu Arbeitserlaubnisverfahren, veranstaltet Matchmaking-Events mit marokkanischen Industrieclustern und bietet einen Fast-Track-Visadienst für italienische Techniker an. Für international mobile Belegschaften verspricht das einheitliche Modell kürzere Bearbeitungszeiten für Einsatzvisa, klarere Hinweise zur Sozialversicherungskoordination und erleichterten Zugang zu Exportkreditgarantien, die Personalkosten abdecken. Unternehmen werden dazu aufgerufen, frühzeitig mit den diplomatischen Anlaufstellen Kontakt aufzunehmen, um diese Vorteile zu sichern.
Quelle: ANSA