
ROM – Am 20. Februar traf sich der interministerielle „Tavolo Caporalato“ im Arbeitsministerium und genehmigte die Einrichtung eines nationalen Informationssystems zur Erfassung und Bekämpfung der Ausbeutung von Migranten in der Landwirtschaft. Die neue Plattform wird Daten von Arbeitsinspektionen, regionalen Behörden und Polizeikräften bündeln, um Brennpunkte zu identifizieren, an denen illegale Vermittler (Caporali) undokumentierte Arbeitskräfte anwerben. Zudem ermöglicht sie die schnelle Ausstellung spezieller Aufenthaltserlaubnisse für Opfer – eine kürzlich in das italienische Einwanderungsgesetz aufgenommene Maßnahme. Für globale Arbeitgeber, die Produkte aus Italien beziehen, kann das Datenportal zusätzliche Sorgfaltspflichten auslösen: Supermarkt- und Gastronomieketten müssen möglicherweise nachweisen, dass ihre Lieferanten registriert und geprüft sind. Das Ministerium plant, ab dem dritten Quartal 2026 anonymisierte Risikobewertungen auf Provinzebene zu veröffentlichen, sodass Einkäufer bei Warnsignalen Bestellungen umleiten können. NGOs begrüßten den Schritt, warnten jedoch, dass ohne zusätzliche Inspektoren und Finanzierung für sichere Unterkünfte Technologie allein die Ausbeutung nicht beenden wird. Die Regierung gibt an, dass 45 Millionen Euro aus dem EU-Wiederaufbau- und Resilienzfonds für mobile Inspektionsteams und Opferhilfen vorgesehen sind. Mobilitäts- und Umsiedlungsteams sollten beachten, dass ausbeutungsgeschützte ausländische Arbeitskräfte nun einen legalen Verbleibspfad haben und in anderen Branchen Arbeit suchen können, was den Pool an Kandidaten für innerbetriebliche Versetzungen erweitern könnte.
Quelle: IntegrazioneMigranti.gov.it
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