
Madrid und London haben den vollständigen Text eines 1.034 Seiten umfassenden Post-Brexit-Abkommens veröffentlicht, das die Mobilität rund um Gibraltar grundlegend verändern wird. Der am 26. Februar 2026 veröffentlichte Entwurf beseitigt den letzten Zaun auf dem europäischen Festland, überträgt Spanien die Verantwortung für Schengen-Kontrollen am Flughafen und Hafen Gibraltars und garantiert die Freizügigkeit für die 15.000 Grenzgänger, die täglich aus Andalusien pendeln. Im Rahmen des Abkommens wird Spanien zudem die Zollkontrollen für Waren übernehmen, die in die Felsenfestung eingeführt werden, während Gibraltar sich verpflichtet, die indirekte Besteuerung anzugleichen – mit der Einführung einer Mehrwertsteuer-ähnlichen Abgabe ab 15 Prozent – und EU-Umweltstandards zu übernehmen. Obwohl Fragen der Souveränität unberührt bleiben, behält Spanien das Recht, von Gibraltar ausgestellte Aufenthaltsgenehmigungen auszusetzen oder zu blockieren. Für Unternehmen verspricht der Vertrag reibungslosere Logistik- und Arbeitsmobilität im Campo de Gibraltar, einer Region, die seit langem von der Dienstleistungswirtschaft des Enklave abhängt. Logistikunternehmen rechnen mit kürzeren Wartezeiten, während Tourismusverbände hoffen, dass das Ende der Passstempel den Wochenendtourismus belebt. Der Text wird nun gleichzeitig in den Parlamenten von Madrid, London und Gibraltar geprüft. Die Ratifizierung wird bis Mitte 2026 erwartet, die Umsetzung erfolgt schrittweise vor dem Start des EU-Ein- und Ausreisesystems im Oktober. Unternehmen sollten ihre Lieferketten überprüfen und die Personalunterlagen aktualisieren, um auf die Schengen-Kontrollen durch spanische Beamte vorbereitet zu sein.
Quelle: Sur in English