
Spanien steht kurz vor dem Start eines ehrgeizigen Plans zur Legalisierung von schätzungsweise einer halben Million undokumentierter Migranten – doch nur wenige Wochen vor dem Beginn gibt es erhebliche operative Schwierigkeiten. Ein exklusiver Bericht von Reuters vom 26. Februar 2026 zeigt, dass die Einwanderungsbehörden überlastet sind und NGOs zur Unterstützung bei der Bearbeitung der Anträge für die dreimonatige Amnestie, die im April starten soll, herangezogen werden. Ein von Reuters eingesehener Entwurf eines Dekrets verspricht ein „spezifisches, bevorzugtes und differenziertes Verfahren“, doch Insider im Ministerium geben zu, dass weder zusätzliches Budget noch Personal genehmigt wurden. Gewerkschaftsführer César Pérez erklärt, dass die Sachbearbeiter noch immer Fälle aus dem Jahr 2025 abarbeiten: „Ohne Neueinstellungen oder technologische Unterstützung werden die Warteschlangen unüberschaubar.“ Die sozialistische Regierung Spaniens argumentiert, dass die Integration von Arbeitskräften aus der Schattenwirtschaft die Sozialversicherung in den nächsten zehn Jahren um 2,4 Millionen Beitragszahler stärken wird. Ökonomen schreiben früheren Amnestien – zuletzt 2005 – eine wichtige Rolle beim Wachstum des Landes nach der Pandemie zu. Wirtschaftsverbände unterstützen die Maßnahme weitgehend und verweisen auf den Arbeitskräftemangel in Gastronomie, Landwirtschaft und Altenpflege. Für Migranten herrscht jedoch große Unsicherheit: Die erforderlichen Dokumente sind noch nicht finalisiert, und Termine werden Berichten zufolge auf dem Schwarzmarkt weiterverkauft. Anwälte, die sich für Migranten einsetzen, befürchten eine Wiederholung früherer Rückstände, die Antragsteller jahrelang in der Schwebe ließen und ihnen eine legale Arbeit verwehrten. Unternehmen mit vielen Beschäftigten aus Drittstaaten sollten das endgültige Dekret genau verfolgen. Personen, die sich bereits in Spanien aufhalten, aber keine Papiere besitzen, könnten für Arbeitsverträge infrage kommen, während Personalabteilungen sich auf verstärkte Kontrollen einstellen müssen, da die Behörden den Fokus auf Schwarzarbeit verschärfen.
Quelle: Reuters (via The Star Malaysia)