
Am 2. März erklärte Núria García León, Präsidentin des Colegio de Gestores Administrativos de Navarra, in der Cadena SER, dass nach der Veröffentlichung des lang erwarteten Erlasses zur Legalisierung von Hunderttausenden undokumentierten Migranten in Spanien eine Flut von Terminanforderungen zu erwarten sei. Die Berufsvertretung, die 37 lizenzierte „Gestores“ in der Region vertritt, hat bereits die Mitarbeiterzahl in den Abteilungen für Einwanderung und Staatsangehörigkeit verdoppelt und eine Informationsnotiz veröffentlicht, die vor unlizenzierte Vermittler warnt, die allein für die Online-Terminvergabe 500 € verlangen. Laut dem aktuellen Entwurf müssen Antragsteller nachweisen, dass sie vor dem 31. Dezember 2025 in Spanien ansässig waren und mindestens fünf Monate im Land gelebt haben. Zudem sind Strafregisterauszüge aus Spanien und allen Wohnländern der letzten fünf Jahre erforderlich. García León rechnet mit einem „Kollaps“ der persönlichen Termine in den Ausländerbehörden und empfiehlt, Anträge digital über autorisierte Gestores einzureichen, um Fehler zu vermeiden, die den Antrag ungültig machen könnten. Auswirkungen auf Unternehmen: Firmen, die viele ausländische Saison- oder Subunternehmer beschäftigen, sehen in der Legalisierung eine Chance, Arbeitsverhältnisse zu formalisieren und Compliance-Risiken zu minimieren. Personalabteilungen müssen jedoch darauf vorbereitet sein, Arbeitsverträge schnell auszustellen, sobald die Genehmigungen erteilt sind. Steuerberater weisen zudem darauf hin, dass neu legalisierte Mitarbeiter Unterstützung bei der Anmeldung zur Sozialversicherung und Einkommensteuer benötigen könnten. Das Colegio setzt sich beim Innenministerium dafür ein, dass von akkreditierten Fachleuten eingereichte Unterlagen vorab geprüft werden – eine Maßnahme, die während der Brexit-Aufenthaltskampagne 2021 die Bearbeitungszeiten um Wochen verkürzte. Außerdem arbeitet es mit lokalen Handelskammern zusammen, um Webinare für KMU anzubieten, die mit dem spanischen Einwanderungsportal wenig vertraut sind. Gestores warnen vor gefälschten Meldebescheinigungen und unseriösen „Citas Express“-Webseiten, die sich ausbreiten. Sie empfehlen Arbeitgebern, nur offizielle Gebühren (15,76 € für Fingerabdrücke) zu erstatten und sicherzustellen, dass Dienstleister eine Mitgliedsnummer und eine Berufshaftpflichtversicherung vorweisen können.
Quelle: Cadena SER (Radio Pamplona)