
Das tschechische Außenministerium hat am 4. März 2026 seine Reisehinweise für den Irak auf die höchste Warnstufe angehoben und die Bürger dringend aufgefordert, alle Reisen in das Land zu vermeiden. Dies erfolgt nach US-israelischen Angriffen auf iranische Ziele und Vergeltungsaktionen von Milizen in der gesamten Region. Die Mitteilung, veröffentlicht vom tschechischen Generalkonsulat in Erbil, gilt für das gesamte irakische Staatsgebiet, einschließlich der halbautonomen Region Kurdistan, die bisher als vergleichsweise sicher für Geschäftsreisen galt. Behörden nannten die „verschlechterten Sicherheitsbedingungen“ und das Risiko wahlloser Raketenangriffe auf Flughäfen und Öl-Infrastruktur als Gründe. Tschechische Staatsangehörige, die sich bereits im Irak aufhalten, werden aufgefordert, ihre Bewegungen einzuschränken, sich unauffällig zu verhalten und Notfall-Evakuierungspläne bereit zu halten. Das Konsulat betonte, dass außerhalb der regulären Arbeitszeiten rund um die Uhr Hilfe über die Hotline des Konsularbetriebszentrums des Ministeriums (+420 222 420 222) verfügbar ist, und riet Reisenden, ihre Reisen in der DROZD-Datenbank zu registrieren. Die Warnung betrifft Dutzende tschechische Ingenieurfirmen und NGOs, die Projekte in Basra, Bagdad und Dohuk betreiben, von denen viele auf kurzfristige Rotation technischer Mitarbeiter angewiesen sind. Arbeitgeber müssen nun ihre Fürsorgepflichten gemäß EU-Arbeitsschutzrichtlinien neu bewerten und könnten gezwungen sein, Einsätze auf Fernunterstützung umzustellen oder Arbeiten in nahegelegene Zentren in Jordanien oder den VAE zu verlagern. Versicherungsmakler warnen bereits vor einem Anstieg der Kriegsrisikoprämien für Personal und Fracht in den Irak um 25 bis 40 Prozent. Die Projektlogistik steht vor unmittelbaren Herausforderungen: Mehrere internationale Fluggesellschaften haben Flüge nach Bagdad und Nadschaf ausgesetzt, und Straßenkonvois müssen zusätzliche Kontrollpunkte passieren. Tschechische Exporteure, die schwere Maschinen über den Landübergang Habur/Zakho in der Türkei verschicken, sollten mit längeren Abfertigungszeiten rechnen, da die kurdischen Behörden die Sicherheitskontrollen verschärfen. Das Ministerium erklärte, die Warnung werde kontinuierlich überprüft, nannte jedoch keinen Zeitrahmen für eine Herabstufung des Bedrohungsniveaus, was bedeutet, dass Reisegenehmigungen für Regierungs- und Firmenmitarbeiter voraussichtlich bis ins zweite Quartal hinein ausgesetzt bleiben.
Quelle: Czech Consulate General Erbil
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