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Prag eröffnet ersten EU-„Unity Hub“ zur besseren Betreuung von 390.000 ukrainischen Flüchtlingen

März 5, 2026
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Prag eröffnet ersten EU-„Unity Hub“ zur besseren Betreuung von 390.000 ukrainischen Flüchtlingen
Das Internationale Zentrum für Migrationspolitikentwicklung (ICMPD) und die tschechische Regierung haben am 4. März 2026 in Prag das Ukrainische Beratungs- und Gemeinschaftszentrum (UCCC) eröffnet. Als erster voll funktionsfähiger „Unity Hub“ der EU konzipiert, bündelt die Einrichtung rechtliche Beratung, Sprachkurse, Jobvermittlung und Traumabewältigung für rund 390.000 Ukrainer, die sich in Tschechien unter der EU-Richtlinie zum vorübergehenden Schutz aufhalten. Das Zentrum befindet sich in einem renovierten kommunalen Büro nahe dem Verkehrsknotenpunkt Florenc in Prag und vereint Mitarbeiter des Innenministeriums, Arbeitsvermittler, NGOs sowie ukrainischsprachige Freiwillige unter einem Dach. Geflüchtete können hier Aufenthaltserlaubnisse verlängern, sich für Tschechischkurse anmelden, ihre Kinder für die Schule registrieren und psychologische Beratung in Anspruch nehmen – ohne zwischen verschiedenen Behörden pendeln zu müssen, ein Problem, das immer wieder von Personalabteilungen multinationaler Unternehmen mit ukrainischen Mitarbeitenden kritisiert wurde. Susanne Raab, Generaldirektorin des ICMPD, betonte, dass dieses Modell „zeigt, wie EU-Staaten vom Notaufnahmeverfahren zur langfristigen Integration übergehen können“, während die EU die Verlängerung der Richtlinie bis 2027 vorbereitet. Daten von Eurostat aus dem Februar belegen, dass Tschechien mit 36 Schutzberechtigten pro 1.000 Einwohnern die höchste Quote in der EU aufweist, und die Erwerbsbeteiligung der erwachsenen Schutzberechtigten liegt inzwischen über 55 Prozent. Für multinationale Arbeitgeber verspricht der Hub eine schnellere Bearbeitung von Arbeitserlaubnisänderungen, was Ausfallzeiten bei Job- oder Standortwechseln von geflüchteten Mitarbeitenden reduziert. Unternehmen wie Škoda Auto und Amazon, die große ukrainische Belegschaften beschäftigen, begrüßten den One-Stop-Ansatz und zeigten Interesse an vor Ort organisierten Rekrutierungstagen. Das Zentrum wird zudem ein digitales „Flüchtlingskonto“ pilotieren, das biometrische Ausweise mit Steuer- und Sozialversicherungsdaten verknüpft – ein Vorbote der landesweiten E-Migrationsplattform, die für 2027 geplant ist. Das tschechische Arbeitsministerium hat für das erste Jahr des UCCC 120 Millionen CZK (4,8 Millionen Euro) bereitgestellt, teilweise finanziert durch den EU-Fonds für Asyl, Migration und Integration. Das ICMPD plant, das Modell noch 2026 in Warschau und Bratislava zu übernehmen und so ein regionales Netzwerk zu schaffen, das künftig auch anderen vertriebenen Bevölkerungsgruppen dienen könnte.
Quelle: ICMPD News

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