
Um die Rahmenbedingungen für die Studentenmigration in Australien neu zu gestalten, hat die Koalition aus Liberalen und Nationalen am 5. März 2026 einen Entwurf vorgelegt, der die erlaubten Arbeitsstunden für Inhaber des Studentenvisums der Unterklasse 500 von 48 auf 60 Stunden pro zwei Wochen anhebt, gleichzeitig aber die jährliche Vergabe von Studentenvisa auf 240.000 begrenzt – etwa 15 % unter dem aktuellen Niveau. Der Schattenminister für Einwanderung, Dan Tehan, argumentiert, dass diese Doppelmaßnahme „Integrität und Fairness wiederherstellen“ werde, indem sie echten Studierenden mehr Spielraum gibt, um steigende Lebenshaltungskosten zu bewältigen, während gleichzeitig die von der Koalition kritisierten „volumengetriebenen Einschreibungen“ reduziert werden. Wirtschaftsverbände aus den Bereichen Gastronomie, Agrarwirtschaft und Einzelhandel begrüßten die größere Flexibilität bei der Arbeitszeit, da die derzeitige 48-Stunden-Grenze in Spitzenzeiten regelmäßig überschritten wird, was Arbeitgebern Bußgelder einbringt. Universitäten und Spitzenverbände der Bildungsbranche warnen jedoch, dass das geringere Kontingent den bereits durch neue Integritätsregeln im vergangenen Jahr eingebrochenen Einschreibungsrückgang weiter verschärfen könnte. Sie befürchten, dass die Politik das Programm eher in Richtung Arbeit als Studium verschiebt und Australiens akademischen Ruf gefährdet. Für Teams im Bereich globale Mobilität und Campus-Recruiting würde der Vorschlag, falls er angenommen wird, die Planungsgrundlagen für den Arbeitsmarkt verändern. Lockerere Arbeitsrechte könnten Teilzeitstellen leichter besetzbar machen, doch eine strengere Obergrenze bei den Studierendenzahlen könnte den zukünftigen Pool für Graduate-485- und Fachkräftevisa-Antragsteller verkleinern. Die Debatte wird voraussichtlich die parlamentarischen Beratungen bis zur Wintersitzung im Juli dominieren.
Quelle: Getting Down Under