
Angehende Absolventen, die am 9. März 2026 abends versuchten, ihre Post-Study-Work-Visaanträge über ImmiAccount einzureichen, staunten nicht schlecht: Die Gebühr war ohne Vorankündigung von 2.300 auf 4.600 australische Dollar gestiegen. Das Innenministerium bestätigte die Erhöhung und erklärte, die zusätzlichen Einnahmen würden zur Finanzierung von 500 neuen Sachbearbeiterstellen dienen und das Visum „wirtschaftlich sinnvoller ausrichten“. Universitäten und Wirtschaftsverbände reagierten alarmiert. Die International Education Association of Australia warnte, dass das „Zurückziehen des roten Teppichs“ potenzielle Studierende abschrecken könnte – der Bildungssektor habe im letzten Geschäftsjahr 50 Milliarden Dollar zur Wirtschaft beigetragen. Studierendenvertreter bezeichneten die Gebührenerhöhung als „ausbeuterisch“, während Migrationsberater verzweifelte Anrufe von Antragstellern erhielten, deren Zahlungskarten wegen unzureichender Deckung abgelehnt wurden. Das Innenministerium wies darauf hin, dass Absolventen aus pazifischen Inselstaaten und Timor-Leste ausgenommen sind – eine Maßnahme im Zusammenhang mit dem neuen Pacific Engagement Visa, die Kritiker jedoch als Schaffung eines Zwei-Klassen-Systems sehen. Analysten bringen die Gebührenerhöhung auch mit der am selben Tag gestarteten Überarbeitung der Visabearbeitung in Verbindung: Die Erhöhung der 485-Gebühr finanziert im Wesentlichen die Technologie und das Personal hinter der neuen Plattform mit standardisierten Bearbeitungszeiten. Arbeitgeber, die auf frisch aus Australien ausgebildete Fachkräfte angewiesen sind, müssen die höheren Kosten nun bei Umzugsangeboten oder Visa-Sponsoring berücksichtigen. Absolventen, die ohnehin schon mit Wohnungs- und Jobsuche kämpfen, stehen vor einer neuen finanziellen Hürde, die manche dazu bringen könnte, stattdessen Kanada oder Großbritannien ins Auge zu fassen. Bewerbern wird geraten, vor dem Absenden ihres Antrags sicherzustellen, dass ihre Bank- und Kreditkartenlimits die höhere Gebühr abdecken.
Quelle: ABC News
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