
Die Brussels Post berichtet am 7. April, dass die Europäische Kommission einen Vorschlag zur Erhöhung der Gebühr für das Europäische Reiseinformations- und -genehmigungssystem (ETIAS) von 10 auf 20 Euro bis Ende 2026 gebilligt hat. ETIAS – ähnlich dem US-ESTA – wird für visumfreie Besucher Belgiens und 29 weiterer Schengen- bzw. assoziierter Staaten ab dem Starttermin später in diesem Jahr verpflichtend sein. Kommissionsvertreter führen die Preiserhöhung auf gestiegene Anforderungen an die Cybersicherheit, erweiterte Überprüfungen von Beobachtungslisten und die Integration in das neu eingeführte Ein- und Ausreisesystem zurück. Die Gebühr war seit der Festlegung auf 7 Euro im Jahr 2018 und der Anpassung auf 10 Euro im Rahmen der Haushaltsüberprüfung 2025 unverändert geblieben; Inflation und zusätzliche Funktionen rechtfertigen nun eine weitere Anpassung, so die Generaldirektion Inneres. Die Branchenverbände sind gespalten: Die European Tourism Association (ETOA) befürchtet, dass die Verdopplung der Gebühr die Nachfrage nach Kurzreisen dämpfen könnte, da eine vierköpfige Familie aus den USA zusätzlich 80 Euro zur Flugreise zahlen müsste. Im Gegensatz dazu sehen Einkäufer von Geschäftsreisen die Summe im Vergleich zu US- oder kanadischen E-Visagebühren als gering an, die in die Betriebskosten eingerechnet werden. Für Mobility-Teams bedeutet dies vor allem: Budgetplanung und Kommunikation anpassen. Unternehmen sollten ihre Reise-Richtlinienanhänge aktualisieren, um die 20-Euro-Gebühr zu berücksichtigen, sicherstellen, dass Firmenkreditkarten für Sammelanträge ausreichend hohe monatliche Limits haben, und Entsandte daran erinnern, dass ein genehmigtes ETIAS drei Jahre oder bis zum Ablauf des Reisepasses gültig ist – je nachdem, was zuerst eintritt. Der Vorschlag muss noch den LIBE-Ausschuss des Europäischen Parlaments und den Rat der EU passieren, doch Insider rechnen mit einer schnellen Zustimmung bis Juli, sodass die IT-Agentur eu-LISA zwölf Monate Zeit hat, die Zahlungssysteme vor dem mehrjährigen Finanzrahmen 2027 anzupassen.
Quelle: Brussels Post