
Antragsteller für australische Partnervisa sehen sich künftig mit deutlich strengeren Nachweisanforderungen konfrontiert, nachdem das Department of Home Affairs im Partner-Newsletter vom April 2026 das Ende der Nachsicht bei unvollständigen Unterlagen angekündigt hat. Die Migrationsberatung Professional Visa & Education Services berichtet, dass Sachbearbeiter den Antragstellern nun nur noch eine einzige Gelegenheit geben, fehlende Dokumente nachzureichen oder auf Bedenken im Sinne des rechtlichen Gehörs zu reagieren, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Häufige Fehler – veraltete Nachweise zur Beziehung, abgelaufene polizeiliche Führungszeugnisse aus dem Ausland und unvollständige Gesundheitschecks – führen nun bei nicht umgehender Korrektur zur Ablehnung. Behörden kritisieren zudem die mangelhafte Dokumentenkennzeichnung im ImmiAccount und warnen, dass zusätzliche E-Mails an die Bearbeitungsteams den Prozess verzögern können, da der ImmiAccount der einzige akzeptierte Kommunikationsweg ist. Die verschärfte Haltung der Behörde spiegelt eine umfassendere Integritätsinitiative wider, die bereits zu höheren Ablehnungsquoten bei Studentenvisa und strengeren Kontrollen von Arbeitsvermittlern geführt hat. Für Paare bedeutet das konkret: Hochwertige Nachweise (gemeinsame Finanzen, Nachweise des Zusammenlebens, soziale Anerkennung, Fotos) sollten von Anfang an eingereicht und alle sechs bis zwölf Monate aktualisiert werden, solange auf die dauerhafte Bewilligung gewartet wird. Arbeitgeber mit ausländischen Mitarbeitern, die auf Partnervisa für die Familienzusammenführung angewiesen sind, sollten längere Vorlaufzeiten und mögliche Ablehnungen bei der Planung von Einsatzbudgets berücksichtigen. Migrationsanwälte erwarten eine Zunahme von Fällen vor dem Verwaltungsberufungsgericht, warnen jedoch, dass dort die Bearbeitungszeiten bereits 18 Monate überschreiten.