
Gerade als Spaniens außergewöhnliches Regularisierungsprogramm für schätzungsweise eine halbe Million undokumentierter Bewohner die Antragsphase eröffnet, hat der Stadtrat von Valencia die einzige festangestellte Stelle eines Migrationsrechtsanwalts im städtischen Migrantenhilfezentrum (CAI) gestrichen. Oppositionspolitiker warnen, dass dieser Schritt die lokale Beratungsstelle „zum Zusammenbruch“ bringen wird, wenn die Nachfrage Mitte April stark ansteigt. Die konservative Koalition aus PP und Vox, die die Stadt regiert, argumentiert, dass Migration eine nationale Zuständigkeit sei, und plant, die Rechtsberatung über einen NGO-Vertrag für 2024 auszulagern – eine Lösung, die Kritiker als „völlig unzureichend“ bezeichnen. Das CAI begleitet Migranten traditionell bei Verfahren zu Aufenthaltsgenehmigungen, sozialem Arraigo und humanitären Erlaubnissen und stellt zudem Berichte für die Arbeitsbehörden aus. Der Wegfall der vor Ort verfügbaren Rechtsberatung könnte Tausende Antragsteller zwingen, private Vermittler zu bezahlen – ein bereits florierender Graumarkt, der bis zu 300 € pro Termin verlangt. Für Arbeitgeber, die Mitarbeiter im Rahmen der einmaligen Regularisierung anmelden, drohen Verzögerungen bei der Dokumentation, die nötig ist, um illegale Arbeitsverhältnisse in legale Verträge umzuwandeln, mit Folgen für Lohnabrechnung und Steuern. Personalabteilungen sollten daher Notfallpläne entwickeln, etwa indem sie frühzeitig akkreditierte Anwälte einschalten und Termine in umliegenden Gemeinden mit noch vorhandenen Kapazitäten vereinbaren.
Quelle: El País