
Am 22. April erklärte **Bruno Retailleau**, frisch als Kandidat der Mitte-rechts-Partei Les Républicains für die Präsidentschaftswahl 2027 nominiert, in der Hauptsendezeit im französischen Fernsehen, er werde „dauerhafte Kontrollen an der pyrenäischen Grenze wieder einführen“, falls Spanien mit seiner groß angelegten Legalisierung von undokumentierten Migranten fortfährt. Retailleau warnt, Spaniens Entscheidung könne eine Sicherheitslücke schaffen, da neu legalisierte Migranten unter der Schengen-Regel von 90 Tagen Aufenthalt innerhalb von 180 Tagen in den Norden reisen könnten. Der Vorschlag stieß in Paris und Madrid sofort auf Kritik: Mitglieder von Präsident Macrons Renaissance-Partei bezeichneten ihn als „verantwortungslos“, während spanische Vertreter darauf hinwiesen, dass die Aufenthaltserlaubnisse der legalisierten Migranten auf Spanien beschränkt seien. EU-Quellen erinnerten beide Seiten daran, dass die einseitige Wiedereinführung von Binnengrenzkontrollen streng zeitlich begrenzt und der Prüfung durch die Kommission unterliegt. Der Vorfall zeigt, wie nationale Migrationsentscheidungen die Mobilität innerhalb der EU und die politische Debatte beeinflussen können.
Quelle: Le Monde
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